Im Zentrum der Macht

Die Sojourners in Washington D.C. – USA ’88, 3. Teil

In den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts teilte sich die christliche Welt – zumindest in Deutschland – ziemlich sauber auf in fromm-konservativ und kritisch-links. Ich selbst hatte diesen Weg ja mitgemacht: Von einem Evangelikalen mit entsprechenden moralischen Ansichten zu Homosexualität und Ehe zu einem bibel- und kirchenkritischen Theologiestudenten mit solider sozialistischer Gesinnung.

USA 3-29In den Achtzigerjahren aber suchte ich nach einer Verbindung zwischen diesen beiden Leben. Und fand sie in den USA. Dort fand sich eine evangelikale Gruppe, die sich abhob von den ganzen Fernsehpredigern und Evolutionsleugnern: Die Sojourners – zu deutsch etwa: die Freunde, die Wegbegleiter. Jim Wallis hatte sie in den Siebzigerjahren in Illinois gegründet. Weiterlesen

USA ’88 – Christliche Alternativen

„Möchtest du mitkommen in die USA?“, fragte Johannes mich, irgendwann im Lauf des Jahres 1987. „Nein“, antwortete ich, „was soll ich da?“ – „Kirchen kennenlernen“, meinte er. Aber auch das reizte mich nicht wirklich. Damals waren „die Staaten“ kein Sehnsuchtsland für mich. Vorbilder für die Kirche von morgen suchte ich eher in den Favelas von Rio, in denen sich Gemeinden sozial engagierten. Oder in Südafrika, wo der Kampf gegen die Apartheid gerade in seine entscheidende Phase ging. Die USA verband ich eher mit Fernsehpredigern und Evolutionsgegnern. Und das war – und ist – nicht meine Welt.

Dann aber brachte Johannes seinen Joker: „Ich fliege mit Andreas Ebert und Siegfried, einem weiteren Freund. Wir werden New Jerusalem besuchen und die Sojourners und andere Gemeinden.“ Das war ja etwas völlig anderes. Weiterlesen