Zwischenruf: Homosexualität und Kirche

Im „Zwischenruf“ reagiere ich auf Zeitschriftenartikel, die ich gerade gelesen habe. Manchmal möchte ich einfach Dampf ablassen. 

In den „Zeitzeichen 1/19“ las ich in einem Artikel über das christliche Eheverständnis von Horst Gorski – diese Zeitschrift ist nur für Abonnenten abrufbar, deshalb zitiere ich ausführlicher:

„1996 veröffentlichte der Rat der EKD [eine Schrift unter dem Titel] ‚Mit Spannungen leben. Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Thema Homosexualität und Kirche‘, die unter Vorsitz von Wilfried Härle von einer im Jahre 1994 eingesetzten Ad-hoc-Kommission erarbeitet wurde. Der Text beginnt mit einer Entschuldigung für das Homosexuellen in der Vergangenheit angetane Unrecht. Sodann werden die biblischen Aussagen zu Sexualität und Homosexualität einer gründlichen Prüfung unterzogen. Es zeige sich, dass es keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen. Homosexuelle Praxis als solche wird als dem ursprünglichen Schöpferwillen Gottes widersprechend qualifiziert. Angesichts der zentralen Stellung, die das Liebesgebot in der Heiligen Schrift habe, dürfe jedoch auch homosexuelles Zusammenleben nicht von seiner Geltung ausgenommen werden. Dies hebe jedoch den biblischen Widerspruch nicht auf. Die damit gegebene Spannung müsse ausgehalten werden.“

Bis hierher war ich gekommen. Eine ähnliche Argumentation höre ich, mal mit stärkerer, mal mit weniger Ablehnung der Homosexualität verbunden, immer wieder. Als die Nordkirche gegründet wurde, wollte der pommersche Bischof Abromeit das Thema „Homosexualität und Pfarramt“ wieder auf die Tagesordnung setzen. Der nordelbische Bischof Ulrich aber erklärte kategorisch: Über manche Dinge diskutieren wir nicht mehr.

Vor einigen Jahren erhielt ich im Zusammenhang mit einer Taufe einen Anruf einer Frau aus Leipzig. Sie wollte gerne Patin werden, sei aber nicht in der Kirche. Ich erklärte ihr: „In der Tat kann nur Patin werden, wer Mitglied der Kirche ist. Aber wir finden bestimmt eine Lösung.“ Daraufhin meinte sie: „Ich finde Kirche ja prinzipiell gut, und ich glaube auch an Gott.“ Und ich dachte: Das sagen sie alle. Und ich glaube ihnen ja auch, aber es geht trotzdem nicht.

Aber dann sprachen wir weiter, und sie erzählte: „Ich habe hier in Leipzig einen Gottesdienst besucht, und da hat der Pfarrer gesagt: Homosexualität ist Sünde, und deshalb sind Homosexuelle auch keine vollwertigen Mitglieder am Tisch des Herrn. Naja, und weil ich lesbisch bin, bin ich eben ausgetreten.“ Und ich antwortete ihr: „Recht so. Wenn ich schwul wäre, und ein Pfarrer würde das zu mir sagen, hätte ich es genau so gemacht. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich danach überhaupt noch mit einem Vertreter der Kirche gesprochen hätte.“ Und dann erzählte ich ihr von Hamburg: „Einer meiner früheren Pröpste ist bekennend schwul gewesen und jetzt einer der wichtigsten Theologen in der EKD. Und mit der Meinung des Leipzigers Pfarrers stimme ich überhaupt nicht überein.“ Es wurde noch ein gutes Gespräch – und, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte – zwei Wochen später besuchte sie mich und trat wieder in die Kirche ein. – Der „frühere Propst“ ist übrigens derselbe, der auch den zeitzeichen-Artikel geschrieben hat.

Ich selbst bin mit der Vorstellung groß geworden, Homosexualität sei ebenso Sünde wie vorehelicher Geschlechtsverkehr. Dann lernte ich die historisch-kritische Methode kennen. Das heißt: Die Bibel in ihrem historischen Kontext verstehen. Damals, vor zwei- bis dreitausend Jahren, war es einfach die Aufgabe des Mannes, viele Kinder zu zeugen. Es war eine Frage des Überlebens für die Familie, den Clan, das Volk. Wer sich freiwillig aus dieser Aufgabe verabschiedete, versündigte sich an seinen Nächsten. Onan zum Beispiel, ein Enkel des Erzvaters Jakob, „ließ seinen Samen zur Erde fallen“ (1. Mose 38,8-10) – nicht durchs Onanieren übrigens, sondern durch einen Coitus interruptus – und wurde dafür von Gott getötet. Sexualität war keine Privatsache, sondern Dienst an der Gemeinschaft. Das galt nicht nur für biblische Zeiten, sondern im Prinzip noch bis ins vorletzte Jahrhundert hinein.

Keiner wird bestreiten, dass sich Zeiten und Rahmenbedingungen grundlegend geändert haben. Kein Bischof tritt mehr für die Sklaverei ein, obwohl diese Gesellschaftsform für die biblischen Autoren völlig selbstverständlich war. Und ausgerechnet bei der Homosexualität tun wir so, als ob wir mit der Moral von Halbbeduinen die Welt von heute retten könnten.

Die Orientierungshilfe baut eine „Spannung“ auf zwischen dem Liebesgebot und dem Wortlaut der Bibel. Diese Spannung existiert nicht, wenn wir den Wortlaut der Bibel in den Dienst der Liebe stellen. Hat nicht Jesus so etwas immer wieder gefordert?

Im Artikel beschreibt Horst Gorski dann, dass die evangelische Kirche in den vergangenen 20 Jahren große Schritte getan hat auf dem Weg zur Gleichberechtigung von hetero- und homosexuellen Partnerschaften. Aber sie laviert immer noch hin und her. Und ich finde es schon unbefriedigend, dass darüber überhaupt geredet werden muss.

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Beitragsbild von geralt auf Pixabay

 

Nachdenken über den Heiligen Geist

Nachdenken über…In dieser kleinen Serie über Gott, Jesus und den Heiligen Geist versuche ich zusammenzufassen, was mir in den letzten Jahren wichtig geworden ist. Es ist sozusagen ein persönliches Glaubensbekenntnis und nimmt den Gedanken von „Christentum to go“ wieder auf.

Die Entscheidung, am 17. Februar den Gottesdienst zu halten, obwohl gesundheitlich alles dagegen sprach, war kein bewusstes Abwägen. Ich nahm zwar wahr, wie es um mich stand, aber das spielte keine Rolle. Irgendetwas in mir hatte den Beschluss schon gefasst. Als Ute davon einer Freundin erzählte, meinte die spontan: Das war der Heilige Geist.

Der Heilige Geist. Er ist schwer zu fassen und weht eben, wo er will, wie Jesus sagt. Und je nachdem, wen man fragt, scheint er auch an ganz unterschiedlichen Orten aufzutauchen und ganz verschiedene Eigenschaften zu haben. Die Charismatiker identifizieren ihn zum Beispiel überall dort, wo bei christlichen Menschen übernatürliche Gaben festgestellt werden können: Wunderheilungen, Exorzismen, unverständliches Reden zum Beispiel. In der Feministischen Theologie wird er gendergerecht oft die Heilige Geistkraft genannt. Das weibliche Element darf schließlich auch in der Trinität nicht fehlen, und schließlich ist die hebräische Grundbedeutung רוּחַ auch weiblich. Die Vorstellung, wie oder wer der Heilige Geist sei, hat eben viel mit der Gottesvorstellung zu tun.

Durch den Heiligen Geist wird die Botschaft Jesu heute konkret. Und für mich ist die wichtigste Eigenschaft dieses Geistes, dass er der Tröster ist. „Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit“, sagt Jesus (Johannes 14,16). Wir haben in den letzten Jahren unendlich viele tröstende Worte bekommen. Sie berührten unser Herz, sie richteten uns auf, sie waren ohne Zweifel geistgesättigt.

Bei Ignatius spielt der Trost eine zentrale Rolle. Wenn ich Gott liebe – und das heißt für mich: wenn ich das Leben liebe -, wenn Glaube, Liebe und Hoffnung in mir wachsen, wenn ich innerlich ruhig werde und ausgeglichen, dann sind es deutliche Zeichen: Hier wirkt der gute Geist.

„Die Liebe zum Leben“, schreibt Fulbert Steffensky, „bringt Feuer und Wasser zusammen: die harten Fakten und die gerupfte, aber nicht erschlagene Hoffnung. Die Liebe zum Leben lässt sich nicht durch falsche Stimmigkeit betören. Sie wird nicht zynisch und sie bleibt nicht blind.“ 

In diesem Satz klingen zentrale Elemente meines Glaubens an. Zunächst einmal das Hohelied der Liebe: Die Liebe „erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand … Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Die Liebe aber ist die größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13,7) Und das Bild von Feuer und Wasser erinnert mich an das Wasser der Taufe, das Jesus mit dem Geist in Verbindung gebracht hat („Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen,“ sagt er in Johannes 3,5) und das Feuer von Pfingsten (Apostelgeschichte 2). An dem Tag werden die Jüngerinnen und Jünger be-geistert (eine beliebte kirchliche Schreibweise).

Der Neurobiologe Gerald Hüther betont, dass Begeisterung die Voraussetzung von Lernen ist und eine Umgebung benötigt, in der wir mit anderen Menschen verbunden sind und persönlich wachsen können. Das klingt nach einer Gemeinde, in der der Geist das Sagen hat.

Die Gaben des Geistes sind die „Charismen“, die Gnadengaben. „Charisma“ ist eine Ableitung von „Charis“, der Gnade (grch. χάρις, lat. gratia). Wir verstehen darunter vor allem ein Geschenk, das ein Mächtiger einem Schuldigen macht: Der Erlass der Strafe – in der Theologie die Folgen der Sünden, in der Justiz die der Schuld. Im Prinzip aber bleibt der Schuldige schuldig und abhängig und der Mächtige mächtig.

Ursprünglich aber hat die Charis nichts mit dem Recht zu tun, sondern mit der Ästhetik. Es bedeutete Schönheit oder, mit einem schon fast vergessenen Wort, Anmut – eine Qualität, die Navid Kermani gerade unter Protestanten so schmerzlich vermisst. Später wandelte sich die Bedeutung auch zur Wohltat. Auch das hebräische Chanan (חנן)   wandelt sich in seiner Bedeutung – nur in entgegengesetzter Richtung von Wohltat zu Schönheit. Ist der gnädige Gott vielleicht eher ein schöner Gott? Und was ändert sich, wenn wir statt „Die Gnade Gottes sei mit dir“ sagen: „Die Schönheit Gottes sei mit dir“? Für mich hat sich mit dieser Vorstellung eine völlig neue Glaubenswelt aufgetan.

Und ich erinnerte mich an einen meiner Lieblingssätze: „So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein“ (Christoph Schlingensief). Dieses Wort hat ihm der Heilige Geist gegeben.

Muss ich mich rechtfertigen – lassen?

 

In den Siebzigerjahren nahm die Theologie viele Anregungen aus der Psychologie auf. Wir lernten zum Beispiel die „nichtdirektive Gesprächsführung“ von Carl Rogers kennen, die Archetypenlehre C. G. Jungs und die Logotherapie nach Victor Frankl. Besonders beliebt war unter uns Theologen die Transaktionsanalyse nach Eric Berne. Vielleicht, weil sie dem traditionellen christlichen Menschenbild ziemlich deutlich widerspricht?

Eine ihrer Grundannahmen lautet: „Die Menschen sind in Ordnung.“ Gut, nicht alle ihre Taten, aber ihr Wesen. Und wenn sie es noch nicht sind, so können sie es doch werden und durch die Therapie zur Haltung vordringen: „Ich bin ok – du bist ok.“ Das heißt: Ich nehme mich an, wie ich bin und nehme dich so, wie du bist.

Die christliche Grundannahme über den Menschen dagegen lautet: Alle Menschen sind „voll böser Lust und Neigung“, haben weder Gottesfurcht noch wahren Glauben, weil sie eine „angeborene Seuche“ haben, nämlich die Erbsünde. Deshalb sind sie von Gott verdammt und können sich auch nicht selbst davon befreien. Aber sie können gerecht werden, weil der Gottessohn Jesus gestorben ist und ein Opfer für die Sünde war. Gottes Zorn ist damit prinzipiell versöhnt, und wir sind vor ihm gerecht geworden „aus Gnade um Christi willen durch den Glauben, nämlich wenn wir glauben, dass Christus für uns gelitten hat und dass uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird“. So steht es in den Artikeln 2-4 des Augsburgischen Bekenntnisses, das nach der Präambel der Nordkirche unseren Glauben beschreibt und auf das alle Ordinierten verpflichtet werden. Man nennt diese Idee auch die Rechtfertigungslehre.

Sie geht zurück auf Martin Luther, der wiederum Paulus interpretiert hat. Beide waren von ihrem Wesen her Perfektionisten. Sie wollten Gott gefallen. Und da sie Angst hatten, dass Gottes Zorn beim kleinsten Fehler zuschlug, hatten sie ein riesiges schlechtes Gewissen. Für beide war es eine Befreiung, dass sie nicht selbst die Forderungen Gottes erfüllen mussten – Jesus hatte es mit seinem Tod ja bereits getan, und zwar vollständig.

Ich finde diese Gedanken nicht mehr ganz so überzeugend wie früher einmal. Und dafür habe ich mehrere Gründe:

  1. Ich glaube nicht, dass der Sündenfall etwas mit Sünde zu tun hat, sondern mit der Entfremdung von Gott. Das ist für mich ein großer Unterschied. Die Entfremdung hat etwas mit – unerfüllter – Sehnsucht zu tun, die Sünde mit Schuld. Die Sünde kommt in der Bibel erst bei Kain und Abel vor. Daher glaube ich: Die Erbsünde gibt es nicht. Sie ist eine Erfindung von Theologen.
  2. Die „Gnade“ hat in der Bibel keine juristische Bedeutung. Sie ist vielmehr mit „Schönheit“ oder „Wohltat“ zu übersetzen. Keine Frage: Wenn einem im juristischen Sinn Schuld vergeben wird, wenn man also begnadigt wird, ist das auch eine Wohltat. Aber im Zentrum steht dieser Aspekt nicht.
  3. Es erscheint mir absolut unverständlich, warum Gott seinen geliebten Sohn töten musste, damit meine Schuld vergeben wird. Ich fände es völlig absurd, das Leben meines Sohnes aufs Spiel zu setzen, um einen Rechtsstreit mit einer anderen Person zu klären. Ich kann jemand anderem auch so vergeben – warum könnte Gott das nicht?
  4. Ich glaube noch nicht einmal, dass der Mensch schlecht ist. Er hat gute und böse Seiten, keine Frage. Aber im Umgang mit anderen möchte ich von Eric Bernes Ansatz ausgehen: Ich bin ok, du bist ok. Das hat mir im Zusammenleben mit mir und anderen Menschen immer besser getan, als wenn ich das Gegenteil gedacht habe. Gott setzt auch nicht voraus, dass wir vollkommen sind. Das ist vielleicht unser Ziel im Glauben (Matthäus 5,48). Aber im wirklichen Leben gilt für mich eher die Überzeugung des Künstlers Nam June Paik: „When too perfect, lieber Gott böse.“

Ich glaube, dass die Rechtfertigungslehre eine ganz spezielle Antwort von Personen wie Paulus oder Martin Luther auf ihre Frage ist: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Weil sie Angst hatten vor Gottes Zorn. Weil sie Perfektionisten waren. Weil sie sich durch diese Auslegung der Jesusgeschichte von einem unglaublichen Druck befreit haben.

Auf mich treffen beide Voraussetzungen eher nicht zu. Von einem Perfektionisten trennen mich einige Welten. Und mein Konfirmationsspruch lautet: „Gott spricht: Ich will mit dir sein.“ Das ist die Grundlage meines Glaubens.

Dabei habe ich gerade in den letzten Jahren durchaus nicht immer erlebt, dass Gott mit mir ist. Der Blog ist auch der Versuch, diese beiden Eckpunkte meines Lebens zusammenzubringen: Gottes Treue, Nähe und Unterstützung – und seine Abwesenheit, Unaufmerksamkeit und Härte. Und ich bin immer noch auf dem Weg.

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Beitragsbild: Das Jüngste Gericht (obere Hälfte), von Hans Memling (um 1470) – http://mng.gda.pl/zbiory/sztuka-dawna/hans-memling/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1455943

Szenen einer Auferstehung

 

Exerzitien 34. Teil, Bingen 2018, die „vierte Woche“.

Einige Wochen nach dem Erlebnis in Emmaus ging ich auf den Ölberg und setzte mich dort unter einen Olivenbaum. Ich brauchte etwas Abstand. Ich ließ meinen Blick schweifen über den Garten Gethsemane, den Tempel und, im Hintergrund, den Golgatha-Hügel, auf dem Jesus gekreuzigt worden war. Erinnerungen stiegen hoch, besonders an die letzte Zeit.

Ich hatte mich meistens in Jerusalem und Umgebung aufgehalten. Oft traf ich mich mit den Jesus-Anhängern. Es war eine merkwürdig intensive Stimmung. Wir redeten miteinander, lasen in den Heiligen Schriften und beteten, um die Erlebnisse einzuordnen.

Das Beten der Juden war für mich immer noch ungewohnt. In Rom beteten wir auch: Wir gingen zum Altar des jeweiligen Gottes, von dem wir uns etwas wünschten, brachten ihm ein Opfer und unser Anliegen vor und gingen wieder nach Hause. Hier standen wir in einem Raum, die Hände erhoben, einige murmelten, manchmal sprachen wir ein gemeinsames rituelles Gebet. Und dann war dieser Tag, an dem ein, dann zwei und drei von uns sagten: „Jesus, ja, ich sehe dich.“ Ich sah zwar nichts, aber ein gutes Gefühl bekam ich doch, so etwas wie Heimat und Trost und innerer Friede. Und als wir die Augen wieder aufmachten, meinte eine: „Er hat uns den Heiligen Geist gegeben.“ Und ein anderer ergänzte: „Und ich habe gehört, wie er gesagt hat: Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben.“

Über dieses Wort diskutierten wir noch länger. Die einen meinten, es wäre eine Aufforderung, unseren Mitmenschen zu vergeben. Wenn wir vergeben könnten, dann würden auch sie Frieden finden. Andere sagten: Das ist noch viel größer. Und sie erinnerten daran, dass Jesus selbst Sünden vergeben hätte – etwas, das doch sonst nur Gott zustände. Wir hätten also dieselben Fähigkeiten wie Gott. Doch wir wurden uns nicht darüber einig, was das denn konkret bedeuten würde. Ich gestehe, dass ich den ganzen Überlegungen über die Sünde auch nicht ganz folgen konnte. Der Mensch ein Sünder? Gut, ich habe meine Fehler. Aber die werde ich nicht los, indem irgendjemand sagt: Ich vergebe dir deine Sünden. Die bekomme ich allenfalls ein wenig in den Griff, wenn ich hart an ihnen arbeite. Und das ist eher ein längerfristiges Projekt.

Und dann war da die Geschichte mit Thomas. Ich kannte ihn als einen ziemlich kritischen Geist, doch nach diesem bewussten Ereignis war er ziemlich verwandelt.

Ich war nicht selbst dabei. Man erzählte mir, dass Thomas wieder mal an den ganzen Erscheinungsgeschichten herumnörgelte, als ER plötzlich im Raum stand. Alle hätten ihn gesehen, und Thomas hätte Jesus sogar berührt. Was auch immer geschehen war, danach gehörte Thomas zu den überzeugtesten Jüngern. Mir erzählte er später, dass Jesus gesagt habe: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Ich nahm es als einen ziemlich realistischen Hinweis darauf, dass mir das Sehen nicht vergönnt sein würde.

Danach hörten die Erscheinungen dann auch allmählich auf. Einige Jünger waren davon überzeugt, dass sie Jesus noch einmal dort sehen würden, wo alles angefangen hatte. Und in der Tat kamen sie kürzlich mit einer seltsamen Geschichte zurück: Sie wären in Galiläa wieder ihrem alten Beruf als Fischer nachgegangen. Nach einem ziemlich erfolglosen Tag auf See hätten sie am Ufer einen Mann gesehen, der sie aufgefordert hätte, noch einmal hinauszufahren. Und da wären die Netze übergequollen.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich kannte die Geschichte schon. Nur war sie zwei Jahre früher passiert, als Jesus noch lebte. Petrus aber schien mir sehr verändert zu sein. Ruhiger, verantwortungsvoller. Als würde er allmählich seinen Platz in der Welt finden.

In den letzten Tagen hatte ich von keinen Erscheinungen mehr gehört. Einige sagten: Jesus ist jetzt endgültig in den Himmel gefahren, zu seinem Vater.

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Die Bibelstellen, die diesem Exerzitientag zugrunde lagen, kamen vor allem aus dem Johannesevangelium: Johannes 20,19-23 (Beauftragung der Jünger), 20,24-29 (Jesus und Thomas), 21,1-17 (Am See). Die Theologen stimmen fast alle darin überein, dass das 21. Kapitel später angehängt wurde. Und schließlich Lukas 24,44-53.

Der Tag danach – Karsamstag

Exerzitien 29. Teil, Bingen 2018, die „dritte Woche“.

Die Vögel weckten mich. Ich richtete mich auf, etwas steif im Rücken, und schaute mich um. Links vorne, hinter einem Strauch, sah ich den Stein, den wir am Tag vorher vor das Grab Jesu gerollt hatten. Joseph verabschiedete sich danach bald. Ich sagte Johannes, dass ich noch etwas bleiben wollte, das Ganze nachwirken lassen. Bei Sonnenuntergang verabschiedeten sich auch die Frauen. Da tauchte Johannes noch einmal auf und gab mir eine Schriftrolle des Propheten Jesaja. „Vielleicht hilft das beim Nachdenken“, meinte er und zeigte auf eine Stelle, die er schon angekreuzt hatte: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und unsere Schmerzen. Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unser Sünde willen zerschlagen… (Jesaja 53, 4a und 5a) „Jesaja spricht von Jesus“, sagte Johannes noch und ging.

Jetzt sah ich mir den Text noch einmal an. Aber er machte für mich genauso wenig Sinn wie am Abend zuvor. Er trug unsere Krankheit und unsere Schmerzen? Mein Rücken sagte mir gerade etwas anderes. Und dass ich jetzt aufgrund des Todes Jesu keine Erkältung mehr bekommen sollte, war auch eher unwahrscheinlich. Und ich las weiter: Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unser Sünde willen zerschlagen …durch seine Wunden sind wir geheilt … der Herr warf unser aller Sünde auf ihn … als er gemartert ward, litt er doch willig. Das machte für mich alles wenig Sinn. Ich hatte eine Idee, wie Johannes darauf gekommen war. Bei den Juden gab es einen Brauch, einmal im Jahr einen Bock rituell mit den Sünden des Volkes zu beladen und dann in die Wüste zu schicken. Das war vielleicht nicht schlecht für die Psychohygiene der Gemeinschaft. Aber warum musste nun ein Mensch sterben?

Mir fiel ein, wie Petrus gesagt hatte, Jesus sei Gottes Sohn gewesen. Wollte Gott nun auch mal unter die Verbrecher? Sich solidarisch erklären mit uns armen Menschen? Andererseits: War er nicht sowieso alles in allem, also auch der Kleinste und der Größte, in der Höhe und in der Tiefe? Wozu jemanden – und dann noch seinen Sohn – sterben lassen?

Und dann las ich: Man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern. Ich schaute mich um. Na denn. Und dann, am Anfang des Textes: Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Da hatte ich von Jesus einen ganz anderen Eindruck gewonnen. Nein, der ganze Abschnitt klang mir eher nach dem verzweifelten Versuch, dem Tod Jesu noch einen Sinn abzuringen.

Aber war nicht der Tod das Ende des Lebens und damit das Ende von allem Sinn? Und umgekehrt: Die Abwesenheit von Sinn so etwas wie Tod? Ich dachte an die ganzen Diskussionen, die ich mit klugen (und weniger klugen) Freunden in Rom geführt hatte. Wir waren eigentlich nie zu einem Ergebnis gekommen, wenn es um Fragen nach den Göttern, nach dem Tod oder auch, ja, nach dem Sinn ging.

Und ich dachte an Jesus. War ich jetzt schlauer? Eigentlich nicht. Mit Jesus haben wir im Grunde wenig über irgendwelche Themen diskutiert. Immer wenn jemand zu ihm mit einer Frage kam, wurde es anstrengend. Ich erinnere mich an den jungen Mann, der einfach nur ein anständiges Leben führen wollte und dann gleich seinen ganzen Besitz verkaufen musste (Markus 10, 17-27). Oder den Pharisäer Nikodemus, der wissen wollte, wie das geht mit dem Neuanfang, und dem Jesus sagte: Durch Wasser und Geist. (Johannes 3, 1-21). Ich glaube, der kluge Mann war nachher auch nicht schlauer.

Jesus wollte nicht, dass die Menschen anders dachten, sondern anders wurden. Sich das Leben nicht vom Hals hielten, sondern sich … betreffen ließen. So wie er selbst. Er war immer voll da, egal ob sich jemand hilfesuchend an ihn wandte, ob er mit Schriftgelehrten diskutierte oder Zöllnern feierte (z.B. Markus 10,47; 7,30; Lukas 2,41-52; 19,1-10). Vielleicht ist genau das, was Sinn macht: Voll da zu sein.

Und jetzt war Jesus nicht mehr da. Und für mich war die Welt auch ein ganzes Stück grauer geworden. Nicht nur der eigene Tod, auch der von anderen kann das Leben sinnlos machen. Man macht das Gleiche wie früher, Pläne schmieden, einkaufen, reden – aber jetzt fragt man sich: wozu? Ich habe die Beziehung verloren, zu Menschen, zu einem Ort, zu einer Aufgabe.

Dass ich eine Beziehung wiederfinde oder überhaupt finde, ist doch Gnade – Geschenk und Wohltat. Und gleichzeitig kann ich auch etwas dafür tun.

Ach verflixt, ich merkte, wie sich meine Gedanken immer mehr einkreisten. Ich fand einfach keinen Sinn im Tod Jesu. Sein Leben hätte Sinn gemacht.

Aber da war ja noch die Sache mit der Auferstehung…

Von der Stadt her wehte mir der Geruch von verbranntem Getreide in die Nase. Die Juden feierten Omer, den Tag nach dem Seder-Mahl. Ich ging, um es mir anzuschauen.

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Beitragsbild: Grabhöhle, allerdings nicht in Jerusalem, sondern Kugelstein/Österreich. Von Christian Pirkl – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60470875

Es gibt schon in der Bibel viele und unterschiedliche Deutungen von Jesu Tod – und in der Geschichte der Kirche vervielfältigt sich deren Zahl noch einmal. Pfr. Mückstein bot die Erklärung an: Nach jüdischem Verständnis sind wir alle Sünder und damit Verbrecher. Jesus, der Sohn Gottes, hat sich zwischen zwei Verbrechern kreuzigen lassen, ist selbst so zum Verbrecher geworden – und damit hat sich Gott mit uns Sündern solidarisch erklärt.

Jeremias Berufung

Jeremia hatte offenbar einen direkten Kontakt zu Gott und brauchte sich keine Gedanken darum zu machen, was er sagen und tun sollte. Und wie bekommt Gott heute Kontakt zu uns? Eine Spurensuche am 9. Sonntag nach Trinitatis. Wie eigentlich jede Predigt eine Spurensuche ist. 

Liebe Gemeinde!

Am 9. Juli 2000 wurden Susan Kigula und ihre Familie brutal überfallen. Ihr Mann wurde getötet, sie selbst schwer verletzt. Doch der Albtraum sollte erst beginnen. Während sie sich mit ihrer Tochter noch bei ihrer Familie erholte, zeigte die Familie ihres Mannes sie an – der Vorwurf: Sie habe ihn selbst ermordet. Sie wurde angeklagt und verurteilt zum Tod durch den Strang. Und weil sie – wie viele Frauen in Uganda – ihre Rechte nicht kannte, konnte sie sich nicht wehren.

In der ersten Zeit im Gefängnis war sie nur verzweifelt. Aber nach und nach, jeden Monat ein wenig mehr, fand sie den Mut, mit ihrem Leben etwas anzufangen. „Ich konnte ja nicht nur auf den Tod warten“, sagt sie heute. Und ich glaube, es war der Heilige Geist, der in ihr groß wurde: der Geist, der ihr Trost und Kraft gab. Sie gründete einen Chor, eine Tanzgruppe, schrieb Gospels und sorgte dafür, dass die Frauen – wie die Männer auch – im Gefängnis zur Schule gehen konnten. „Gott, nur du weißt, wie ich das überleben werde“, dichtete und sang sie in der Zeit. Und dann kam Gott selbst zu ihr. In Gestalt eines englischen Jurastudenten namens Alexander McLean, der die Bedingungen in afrikanischen Gefängnissen verbessern wollte. Er lernte Susan Kigula kennen. Und er war fasziniert von dieser Frau. Er ermöglichte ihr, dass sie Jura studieren konnte. Er besorgte ihr Audiodateien und Bücher, und sie lernte, immer nachts. Am Anfang wollte sie verzweifeln. Aber aufgeben war für sie keine Option.

Mit der Zeit konnte sie Mitgefangene beraten. Und dachte bald größer: Sie reichte Verfassungsklage ein: Die Todesstrafe sei unmenschlich, meinte sie, und deshalb verfassungswidrig. Sie klagte gegen den Staat Uganda – und gewann sensationell. Damit rettete sie unzähligen Menschen das Leben. Selbst der Nachbarstaat Kenia änderte daraufhin seine entsprechenden Gesetze.

Wir müssen nicht durch die Hölle gehen wie Susan Kigula es getan hat, um zu wissen: Das Leben von jedem Einzelnen von uns ist geprägt von ständigem Auf und Ab – manchmal leicht, manchmal ganz schön mühsam, und manchmal schier zum Verzweifeln. Spätestens dann ist es gut, wenn uns der Heilige Geist besucht. Oder vielleicht ist er dann auch schon längst da, und wir müssen ihn nur wecken? Zum Beispiel mit dem Satz: Aufgeben ist keine Option.

Wenn es schwierig wird in unserem Leben, dann ist es viel wert, wenn wir uns diesen Satz sagen können. Aber er ist erst der Anfang. Wirklich interessant wird es, wenn Gott uns begegnet. Und ich glaube, dass er bei jedem, bei jeder von uns vorbeischaut. Und dass wir es nur nicht merken. Oder erst im Nachhinein realisieren.

Und dann ist immer noch die Frage, ob wir ihn richtig verstehen. Jeremia zum Beispiel war davon überzeugt, dass Gott ihm seine Worte in den Mund legte. Seine Zeitgenossen allerdings waren völlig anderer Meinung. Erst im Nachhinein, als man merkte, dass seine Vorhersagen eingetroffen waren, erkannte man ihn als echten Propheten an.

Und auch bei Susan Kigula bin ich mir sicher, dass der Heilige Geist, ja dass Gott selbst am Werk gewesen ist. Denn es gibt tatsächlich Kriterien, wie wir sein Wirken identifizieren können: Wenn es der Liebe dient, dann sind wir schon einmal auf einem guten Weg. Wenn es Menschen aufbaut und tröstet, ist es ein weiterer Hinweis. Das muss dann auch nicht immer fromm aussehen – ich habe zum Beispiel keine Ahnung, ob Alexander McLean religiös war und, wie Susan Kigula, seine Kraft und Orientierung aus dem Glauben zog. Es ist für mich auch unwichtig, denn Gott hat viele Wege, um zu wirken.

Nicht immer aber liegt der Weg so klar vor uns wie bei Susan Kigula. Bei der Flüchtlingsfrage etwa: Was dient der Liebe mehr – die Grenzen auf oder zu zu machen? Und dann gibt es ja auch nicht nur diese beiden Alternativen, sondern noch tausend Möglichkeiten dazwischen. Oder einer zerrütteten Ehe: Dient es der Liebe, sich scheiden zu lassen oder beieinander zu bleiben, der Kinder wegen? Und wenn man sich einmal entschieden hat, fangen die Schwierigkeiten oft erst an. Vor vielen Jahren traf ich in Amerika einen Mann, der seinen Job bei einer Firma aufgab, weil sie für die Rüstungsindustrie arbeitete. Er konnte es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Aber nun hatte er keinen Job mehr, und seine Gemeinde musste ihn unterstützen. Und es war fraglich, dass er überhaupt die Möglichkeit hatte, einen Arbeitgeber zu finden, der gar nichts mit Rüstung zu tun hat. Wäre die Autoindustrie eine Alternative? Moralischer Rigorismus hilft nicht unbedingt weiter. Und für viele, ja für die meisten Entscheidungen in unserem Leben gibt es keine einfache Antwort.

Und dann gibt es noch unsere eigenen Befindlichkeiten, die uns von einer guten Lösung abhalten. Die Kirche hat dafür den Ausdruck „Sünden“ geprägt und sie negativ aufgeladen. Weil sie meinte, durch die Erbsünde sei der Mensch durch und durch verdorben. Das aber halte ich für einen Irrtum. Selbst die Sünden haben ihre guten Seiten. Nehmen wir die so genannten Todsünden wie Stolz oder Genuss, auch Faulheit oder Wut, Geiz oder Neid. Ich mag stolze Menschen. Ja, ich finde sie sogar einfacher als Menschen, die sich klein machen. Ich mag es nur nicht, wenn Menschen auf Kosten anderer leben. Und ebenso ist es mit dem Genuss. „Wer nicht genießt, ist ungenießbar“, sang einst Konstantin Wecker. Menschen aber, deren Leben sich nur um den eigenen Genuss dreht, finde ich ebenso ungenießbar. Wut über ungerechte Verhältnisse finde ich nötig, Hass aber auf Menschen furchtbar. Und ebenso ist es mit Geiz oder Neid: Sie geben uns die Energie zu großen Taten – und können uns  und anderen sehr schaden. Und im täglichen Leben ist die Grenze dazwischen oft nur schwer zu finden. Umso wichtiger ist die Aufgabe, immer wieder nach ihr zu fragen.

Eines aber lässt Gott gar nicht gelten, seinen Willen zu tun: Ausreden. „Ich bin zu jung“, meinte Jeremia. Kein Mensch ist zu jung oder zu alt, zu krank oder zu beschäftigt, das Gute zu tun. „Ich kann nicht reden“, meinte Mose, als er den Auftrag bekam, das Volk Israel aus Ägypten zu führen. „Dann hole dir Helfer“, antwortet Gott. Was man allein nicht schafft, geht oft gemeinsam.

Es geht darum, das Gute zu tun. Und das Gute ist das, was uns und anderen Menschen gut tut. Natürlich werden wir, selbst mit der größten Willensanstrengung, nicht zu rundum guten Menschen. Wir können aber immer wieder danach fragen, was das Richtige ist.

Jeremia brauchte nicht zu fragen. Ihm wurden die Worte in den Mund gelegt. Es mag sein, dass es auch heute Menschen gibt, die besonders hellsichtig sind. Oder solche, denen eine Wahrheit aufgeht, die andere so nicht oder noch nicht erkennen. Doch gilt auch dabei der Rat des Paulus: Prüfet alles und das Beste behaltet.

Oder noch besser: gerade nicht behalten, sondern das Beste weitergeben und teilen, tun und reden. Ich bin zuversichtlich, dass wir genug Aufgaben finden werden. Und um das Gute zu tun, sind wir genau im richtigen Alter und haben die besten Voraussetzungen. Denn wir tun es mit dem Rückenwind des Heiligen Geistes.

Amen.

Die zwei Banner

Exerzitien 17. Teil, Bingen 2016, die „zweite Woche“.

Das ist wieder ein typisch ignatianisches Bild: Zwei Heerlager stehen sich einander gegenüber. Auf der einen Seite sieht man das Banner Luzifers, inmitten von Feuer und Rauch. Seine Dämonen locken die Menschen mit Reichtum, Ehre und Hochmut. Auf der anderen Seite sammelt Jesus die Seinen. Sein Platz ist bescheiden und liebenswürdig. Die Apostel sammeln die Menschen, indem sie ihnen Armut, Verachtung und Demut in Aussicht stellen – und dass sie für die gute Sache kämpfen. Weiterlesen