Kirche für das 3. Jahrtausend

USA 88 – ein Resumee

Kurz nach unserer USA-Reise stellten Johannes und ich aus unseren Bildern Diaserien zusammen, nannten sie „Spiritualität und Weltverantwortung“, „Kirche in der Stadt“ oder gleich etwas unbescheidener „Überlebenschancen der Kirche“ oder gleich „Kirche für das 3. Jahrtausend“. Tatsächlich sahen wir in den christlichen Gemeinschaften, die sich jenseits der Konfessionen an der Bibel ausrichteten, Modelle für eine Kirche der Zukunft. Wir luden interessierte Bekannte ein, stellten die Bilder, Erfahrungen und Begegnungen vor, hatten intensive Diskussionen – und gingen dann bald als normale Pastoren in die Gemeinde. Entweder war die Zeit noch nicht reif für tief greifende Veränderungen oder wir waren es nicht – oder beides. Weiterlesen

Task-Force-Gemeinde

Church of the Saviour – USA ’88, 4. Teil

Das Potter’s House dürfte in Washington D.C. schon eine Legende sein, ebenso wie sein Potters innenInitiator und die Geschichte, die hinter der Gründung steckt. In den Fünfzigerjahren wurde der Prediger Gordon Cosby mit seiner Frau einmal in eine Kirche in den New-England-Staaten eingeladen. Sie empfanden die Atmosphäre dort als ebenso unfreundlich wie kalt. Für die Nacht wurden sie über einer lauten Kneipe untergebracht, in der bis in die Morgenstunden wild gefeiert wurde. Am nächsten Morgen meinten sie, dass Jesus sich aber auf alle Fälle in dieser Kneipe wohler gefühlt haben dürfte als in der Gemeinde. Die Idee für Washingtons erste Teestube war geboren.

Potters innen neuSie eröffnete 1960 in Columbia Heights, im gemütlich-dunkelbraunen Stil der damaligen Zeit gehalten. Zur Zeit der Unruhen nach der Ermordung Martin Luther Kings war sie ein Ort des Friedens, und in den vielen Jahren und Jahrzehnten ihres Bestehens haben hier unzählige Menschen Obdach und Lebenshilfe gefunden. Hier wurden nicht nur neben Kaffee und einem guten Essen auch Bücher angeboten, hier fanden ebenso Ausstellungen, Gottesdienste und Versammlungen statt. Vor allem aber lebte das Haus von den Menschen, allen voran Gordon und Mary Cosby. Wir haben es selbst erlebt.

Potters OConnorKaum hatten wir einen Kaffee bestellt, setzte sich Elizabeth O’Connor zu uns („You are Germans!“) und erzählte von der Gemeinde, der Church of the Saviour. Später setzte sich Gordon Cosby himself dazu. Er war damals immerhin schon um die 70, und er erklärte uns die Grundzüge seiner Gemeinde: Ihm war es wichtig, dass die Menschen sich auf eine innere und eine äußere Reise begeben. Für die inward journey hatte die Gemeinde schon seit den Fünfzigerjahren in Maryland ein Recreation Center aufgebaut, um im Rhythmus der Natur, das heißt dem Rhythmus Gottes leben zu lernen. Und es ist wichtig, die eigene Berufung zu finden und auf die outward journey zu gehen. Das alles hat mich schon damals stark an die Exerzitien des Ignatius von Loyola erinnert, die ich selbst allerdings erst fast 20 Jahre später kennenlernen sollte.

Potters Cosby

Gordon Cosby

Die äußere Reise mündet dann nicht selten im Engagement für die Gemeinde. Die Church of the Saviour besteht aus verschiedenen Teams, zum Beispiel eins für das Recreation Center, ein anderes für das Potter’s House. Wenn aber das Team größer wird als etwa 30 Personen, muss es sich teilen und eine neue task, eine neue Aufgabe finden. Heute sind es 40 ministries, die zur Church of the Saviour und den aus ihr entstandenen Kirchen gehören, von einer Aids-Seelsorge über Familienbildung, Obdachlosenhilfe bis zur Fortbildung von kirchlichen Mitarbeitenden.

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Christ House

Cosby war wie Wallis zugewandt und geduldig, freundlich und ruhig. Man merkte aber auch, dass er es gewohnt war, aufmerksame Zuhörer zu haben. Zu Recht, wie Jim Wallis in seinem Nachruf beschreibt: Cosby hat unzählige Menschen begleitet und angeregt. Zum Beispiel Allan Goutcheus, den Präsidenten des Christ House, den wir auch im Potter’s House trafen.

ChristHouse Goutcheus

A. Goutcheus

Allan war Pastor der United Methodist Church und seine Frau Janelle Ärztin. Eigentlich wollten sie in Pakistan arbeiten, bekamen kein Visum und dafür Kontakt zu Gordon Cosby. Aus dieser Begegnung heraus entstanden das Columbia Health Center und das Christ House, eine Gesundheitsstation für Obdachlose: Hoffnung für die Hoffnungslosen. Im Unterschied zu den Gottesdiensten im Potter’s House und der Kirche der Church of the Saviour, die besonders von Weißen besucht wurden, nahmen hier auch sehr viele Latinos und Farbige teil. Wir kamen während unserer Zeit in Washington dann auch im Christ House unter.

Allan gab uns dann noch den Tipp, John Steinbruck von der Luther Place Memorial Church zu besuchen. Wir haben den Rat befolgt und nicht bereut.

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Das 2. Bild zeigt das Potter’s House bei unserem Besuch 2010 © Erik Thiesen
Alle anderen Bilder von 1988 © Johannes Jurkat

Ganz schön gut: Das Star-Trek-Universum

Sternzeit 1513,1. Der Weltraum, unendliche Weiten. Das Raumschiff NCC-1701 „Enterprise“ fliegt zum ersten Mal mit seiner 400 Mann starken Besatzung durch den Orbit. Ich bekomme davon nichts mit, denn erstens feiere ich gerade meinen 9. Geburtstag, zweitens hätte ich die Serie wahrscheinlich nicht sehen dürfen, und drittens kommt sie ohnehin erst Jahre später ins deutsche Fernsehen.

So richtig tauche ich dann mit Ute in das Star-Trek-Universum ein; wir mögen es beide. Die zweite Serie, „The Next Generation“, mit Captain Jean-Luc Picard noch mehr als die klassischen Folgen mit Captain Kirk. „Deep Space 9“ (Captain Sisko) finden wir etwas schwergängig, die „Voyager“ (Captain Janeway) nimmt dann wieder Fahrt auf, während das Prequel „Raumschiff Enterprise“ (Captain Archer) bei uns durchfällt. Insgesamt aber ist unser Urteil klar: Star Trek gehört zu den besten Serien ever.

Dabei darf ich sie eigentlich gar nicht so gut finden. Denn sie beruht auf einer soliden atheistischen Weltanschauung, zumindest die Folgen mit Kirk und Picard. Denn der Schöpfer von Star Trek, Gene Roddenberry, bekannte sich zu einem „rationalen Humanismus“. Er war der Überzeugung, dass „Menschen fähig sind, ihre Probleme rational zu lösen und dass die Menschheit durch kritisches Denken und gemeinsame Bemühungen vorankommen und sich entwickeln wird“. Und so ist – in seinem Universum – die Erde nach einer Reihe verheerender Kriege zu einem friedlichen Ort geworden und hat sich mit anderen Planeten zu einer „Föderation“ zusammengeschlossen. Ihre Mitglieder sind gleichwertig, es gibt keinen Neid, keine Kriege, keine Habsucht mehr. Geld ist im Prinzip abgeschafft. Was man braucht, kann ein „Replikator“ herstellen. Die Zeit vertreibt man sich auf dem „Holodeck“. Zwar ist der Tod noch nicht besiegt, aber die Medizin sehr weit fortgeschritten – man braucht noch nicht einmal mehr Spritzen… Der Erfinder der Serie „Star Trek“ hat eine Utopie erschaffen, eine ideale Welt. Eine Welt, in der Religionen nicht mehr benötigt werden.

Auf anderen Planeten werden durchaus – noch – Götter angebetet. Sie werden dann von der Enterprise-Besatzung als Menschen einer höheren Zivilisationsstufe enttarnt wie in „Der Tempel des Apoll“. Oder sie sind von einer früheren Zivilisation zurückgelassene Computer, die von der noch besseren Technik der Enterprise besiegt werden, wie in der Episode „Die Stunde der Erkenntnis“. In „Der Gott der Mintakaner“ wird Captain Picard selbst für einen Gott gehalten. Er aber will die Mintakaner von ihrem Irrglauben befreien und sie lehren, selbst zu denken und zu handeln.

Die Botschaft ist die der Aufklärung: sapere aude – wage, dich deines Verstandes zu bedienen (I. Kant). Es klingt wie Luther, der auf dem Reichstag in Worms seine Thesen nicht widerrufen wollte, „wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich“. Er war allerdings der Meinung, dass man aus der Bibel zweifelsfrei den Willen Gottes erkennen könne.

Nach meiner Erfahrung aber lesen die Menschen die Bibel immer mit einem eigenen Schlüssel – der manchmal, aber nicht immer, durchaus aus der Bibel stammen kann. Für Luther war es sein Verständnis von der „Gerechtigkeit Gottes“ (Römer 1, 17), das bis in seine Bibelübersetzung hin wirksam wurde. Ich denke da eher an 1. Timotheus 2, 4: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde.

Und so fühle ich mich Roddenberry in mancher Hinsicht näher als Luther: In seinem Misstrauen gegenüber denjenigen, die sich in ihrer Meinung auf einen Gott berufen – vor allem dann, wenn sie sich von anderen abgrenzen und meinen, etwas Besseres zu sein. Ich teile auch seine Vision von einer Welt, in der die Menschen gleichberechtigt sind, sich gegenseitig helfen statt sich Leid zuzufügen, und in der Kriege und Hunger ausgerottet sind. Es sind für mich sehr christliche Ziele.

Ich teile allerdings nicht seinen Optimismus, dass wir allein durch rationales Denken diese Welt errichten werden. Rational lässt sich der Terror eines Robespierre, Stalin oder bin Laden genauso begründen wie der Pazifismus eines M.L. King oder Gandhi. Und selbst wenn wir uns alle auf den kategorischen Imperativ I. Kants berufen würden („Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“) – in konkreten Fragen wie z.B. dem Asylgesetz würden wir zu unterschiedlichen, vielleicht sogar gegensätzlichen Positionen kommen.

Eine Welt, wie sie sich Roddenberry erdacht hat, „setzt einen ehrenwerten, humanistischen Geist ihrer Mitglieder voraus“, schreibt Henrik Hansemann über Star Trek. Und ob das gelingt, „muss stark bezweifelt werden“. Die „Föderation der Vereinten Planeten“ bleibt eine Utopie.

Damit wir dieser Utopie aber wenigstens näher kommen, müssen wir daran arbeiten – nicht nur alleine, sondern auch mit anderen zusammen. Und genau das ist der eigentliche Sinn von Kirchen und Religionsgemeinschaften: Dass wir uns organisieren, um gemeinsam für das Gute zu wirken. Wie das gehen kann, haben wir an vielen Stellen in der Flüchtlingsarbeit beobachten können.

Allerdings machen Religionen nur Sinn, wenn sie sich wirklich am Menschen orientieren und nicht an Dogmen. Wenn wir unsere Fähigkeiten und unseren Verstand dafür einsetzen, dass wir uns verständigen und gegenseitig helfen.

Und mit dieser Vision bin ich nach meinem Eindruck dann wieder ganz nahe an der von Jean-Luc Picard – und ich weiß, warum ich diese Serie liebe.

Ex oriente lux

Heiden! Als ich in den Siebzigerjahren in Neuendettelsau und Heidelberg studierte, war man dort der festen Überzeugung: In der norddeutschen Tiefebene, spätestens aber jenseits der Elbe leben nur noch Heiden. Dort traten die Pastoren auf Anti-AKW-Demos im Talar auf (Brokdorf), machten sich über Martin Luther lustig (Lutherschwank), vertraten die Irrlehre der feministischen Theologie und trauten gar Lesben. Kein Wunder, dass dort – verglichen mit den stabilen Verhältnissen im Süden – kaum noch jemand der Kirche angehörte.

Schon längst sind die süddeutschen Landeskirchen sowohl in ihrer Theologie als auch in der Kirchenmitgliedschaft dort angekommen, wo Nordelbien vor 40 Jahren war. Schon längst schaut man aber auch nicht mehr vom Süden in den Norden. In den Neunzigerjahren wurde diese Blickrichtung von Ost nach West abgelöst. Nach der Wende sollte in der ehemaligen DDR alles so schön werden wie in der BRD: so viel Geld, so viele Mitglieder, so stabile Strukturen. Vom Westen lernen heißt siegen lernen, hieß es ja nicht nur in der Kirche.

Doch inzwischen ist genau dieser Westen dort angekommen oder bewegt sich wenigstens unaufhaltsam darauf zu, wo der Osten schon längst war. Und deshalb könnte es Zeit sein, die Blickrichtung abermals zu ändern – von Ost-West auf West-Ost. Weiterlesen

Zeit für Mission

Dr. Otto Diehn. Wenige Menschen haben mich so beeindruckt wie der damalige Leiter des Nordelbischen Gemeindedienstes und Chef der Volksmission. Er war für mich der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Die Siebzigerjahre hatten ganz im Zeichen des gesellschaftspolitischen Aufbruchs in der Kirche gestanden: auf Kirchentagen wurde das Politische Nachtgebet entwickelt, Pastoren demonstrierten in Brokdorf im Talar, wir kämpften gegen die Apartheid in Südafrika und ließen uns von Ernesto Cardenals „Evangelium der Bauern von Solentiname“ inspirieren.

In den Achtzigerjahren dagegen trat ein Thema ins Rampenlicht, das eigentlich schon tot war: Mission. Die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) schlug auf Theologentagungen die Brücke zwischen landeskirchlicher und evangelikaler Frömmigkeit, missionarische Konzepte wie „Überschaubare Gemeinde“ wurden entwickelt oder aus den USA importiert (Willow Creek), das Gemeindekolleg in Celle wurde zum Multiplikator von Glaubenskursen wie „Wort und Antwort“ oder „Gottesdienst leben“, und die Nordelbische Synode diskutierte 1987 über „Mission vor der Haustür“. Und Otto Diehn mittendrin.

Er bot mir eine Stelle als Assistent an. Zunächst war ich vor allem für organisatorische Dinge wie den Büchertisch bei Seminaren zuständig, später übernahm ich auch inhaltliche Aufgaben. Allerdings war die Vergütung sehr schmal. Deshalb zog ich nach Volksdorf in die Gemeinde St. Gabriel. Dort konnte ich mit anderen Jugendlichen in der Küsterwohnung kostenfrei wohnen, und wir mussten dafür Dienste in der Gemeinde übernehmen.

In Volksdorf und bei der Volksmission lernte ich eine Frömmigkeit kennen, die mir gleichzeitig vertraut und doch auch sehr neu war. Schon von Heidelberg aus war ich einmal nach Burgund getrampt und hatte die Communauté de Taizé kennengelernt. In Volksdorf baute die Jugendarbeit darauf auf.

Der Pastor, Hermann Möller, war wie Otto Diehn Mitglied der „Ansverus-Bruderschaft„, und ich war seitdem oft und gerne im Ansverus-Haus in Aumühle. Ich lernte die Stundengebete mit den gesungenen Psalmen kennen und das meditative Schweigen, die altkirchlichen Wüstenväter und das orthodoxe Herzensgebet. Und ich entdeckte die irischen Segenssprüche, die damals noch gar nicht so bekannt waren.

In Diehns Arbeitszimmer stand nicht nur ein Schreibtisch, sondern auch eine Couch. Sie diente nicht nur seiner Entspannung, sondern förderte vor allem seine Kreativität. Hier entstanden zum Beispiel die Konzepte vom „Cursillo“ und dem Projekt „neu anfangen“.

Den „Cursillo“ (kleiner Kurs Glauben) hatte er sich von den Katholiken abgeschaut und auf norddeutsch-evangelische Verhältnisse verändert. Während aber im Original die Lehre eine größere Rolle spielte, setzte Diehn auf das Gespräch in Kleingruppen. Zum Team gehörten neben zwei Theologen fünf Laien. Die Gesprächseinstiege, Fährten genannt, sollten persönlich sein – woran sich die Theologen regelmäßig am wenigsten hielten. Deshalb war der Gesprächseinstieg unter ihrer Leitung auch eher mühsamer. Und in den Gruppen sollten sich die Teilnehmenden möglichst nicht kennen. Besonders dieser Grundsatz ermöglichte es, dass sie ungewöhnlich offen miteinander redeten.

Der Gottesdienst wurde „Den Sonntag begehen“ genannt: Eine Geschichte aus der Bibel wurde in Stationen aufgeteilt, die dann von Teamern an verschiedenen Orten in der Natur meditiert wurden, oft mit kreativen Elementen angereichert.

Unzählige Menschen haben durch den Cursillo einen neuen Zugang zum Glauben gefunden, unzählige persönliche Gespräche geführt. Allerdings: Man musste auch für diese Frömmigkeit eine gewisse Offenheit mitbringen.

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Und dann das Projekt „neu anfangen“. Die Idee: Menschen auf den Glauben hin ansprechen. Nicht nur die Kirchenglieder, sondern alle, die einen Telefonanschluss besitzen. Damals war die Telefonwerbung noch nicht sehr verbreitet, dazu war der technische Aufwand einfach zu groß.

na-taschenbuch1.jpgDen Angerufenen wird ein Taschenbuch angeboten, in dem Menschen aus der Region von ihrem Glauben berichten. Dazu muss dieses Buch erst einmal erstellt werden. Und in einer weiteren Runde werden die Interessierten zu einem Gesprächskreis eingeladen.

Dazu müssen Mitarbeitende geschult werden, viele Mitarbeitende: Fürs Telefon, für die Gespräche, für die Logistik. Und die müssen erst einmal begeistert werden. Das konnte Otto Diehn. Er hatte mit Pastor Erich Meder und Propst Dietrich Peters zwei weitere Mitstreiter, die ebenso begeistern konnten. Trotzdem eine Herkulesaufgabe. Denn nicht nur protestantische Gemeinden sollten mitmachen, auch die katholischen und möglichst viele Freikirchen.

Es gelang. In einem Pilotprojekt in Hamburg-Nord, dann in Harburg, in Hamburgs Mitte und seitdem in über 40 Städten und Regionen in Deutschland. Mehr als 2 Millionen Menschen wurden erreicht. Zweifellos auch eine Erfolgsgeschichte.

Die Projekte haben ihre große Zeit gehabt. Doch was mich nicht loslässt: Otto Diehn hat Christinnen und Christen dazu befähigt, über ihren Glauben zu sprechen, ihn in der Öffentlichkeit zu bekennen. Dieses Ziel ist ohne Zweifel zeitlos, gerade in Zeiten von Social Media.

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Dies ist ein Beitrag aus der Reihe „Wie ich wurde, was ich bin“ – die Jahre 1983/84. Alle Beiträge findet ihr in der „Themensuche“ auf der rechten Seite unter der entsprechenden Kategorie.
Etwas ausführlicher kann man sich hier über die Grundlagen des Cursillo informieren. Wer’s noch ausführlicher möchte – bitte melden.
Das Beitragsbild zeigt das heutige Logo der Volksmission (By Bertha 001 – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30503478)
Das Taschenbuch „Zeig uns den Weg“ ist der „Prototyp“ gewesen. Bekannte Persönlichkeiten wie der Schlagertexter Ernst Bader, Liedermacher Andreas Malessa, der Theologe Helmut Thielicke und Heinz Rühmann stehen neben „Menschen wie du und ich“ und erzählen von ihrem Glauben. Die Titel der Bücher zeigen auch die Richtung, in die sich das Projekt – zumindest in Hamburg – immer deutlicher bewegte: Von „Zeig uns den Weg“ über „Mitten auf dem Weg neu anfangen“ (Harburg) zu „Sich begegnen“ (HH-Mitte). So wie die Vorgängerprojekte von „Neu anfangen“ in Finnland und der Schweiz auch noch „Ich hab’s gefunden“ geheißen hatten.