So steht’s mit uns

Es sind wieder besondere Wochen. Zwei OPs so kurz hintereinander zehren an den Kräften. Aber sie sind ganz gut gelaufen, so dass wir schon an die nächsten Schritte denken können.

Die werde ich allerdings in den nächsten Tagen eher buchstäblich auf Krücken gehen können. Aber es geht voraussichtlich Montag schon gleich weiter mit der Immuntherapie und im Laufe der nächsten Woche mit den Bestrahlungen im Rücken und jetzt auch im Fuß. Die werden dann drei Wochen dauern.

Die Strahlenexpertin meinte, dass wir dann erst nach Weihnachten wieder unterm PET/CT prüfen, wie sich der Tumor bewegt. Das heißt: Wenn nichts Besonderes passiert, könnten wir bis dahin erst einmal Ruhe haben.

Medizinisch gesehen können Bestrahlung und Chemo den Krebs nur aufhalten – und wie schnell er wachsen kann oder wiederkommt, haben wir ja gesehen. Aber wir setzen auch immer noch Hoffnung in die Immuntherapie. Sie hat bisher zwar nicht angeschlagen. Aber es gibt durchaus Fälle, in denen die Bestrahlungen helfen, das Immunsystem wach zu küssen.

Vor allem aber möchten wir die Zeit nutzen: Sonntag in einer Woche ist Predigtzeit, die Bingen-Blogs warten auf Komplettierung, weitere Ideen sind auf dem Weg. Außerdem habe ich es schon viel zu lange aufgeschoben, mit dem einen oder der anderen von Euch auf unserer Terrasse zu sitzen. Das werden wir angehen, wenn ich mich ein wenig erholt habe. Und es ist gut, dass wir – nicht zuletzt über diesen Blog – mit Euch verbunden sind.

______________________________
Bild: Blick aus einem der Fenster der Station H9 – Blick Richtung Südwesten © Erik Thiesen

(Nichts) Neues aus dem Tumorland

Manchmal sind keine Neuigkeiten ja auch Neuigkeiten, zumindest keine schlechten. Deshalb bringen wir jetzt doch ein kleines Update.

Das letzte Tumorboard ist der Einschätzung von Prof. Petersen und Dr. Münscher gefolgt, dass das Leuchten der Bodenplatte von BWK 5 nicht eindeutig auf eine Metastase hindeuten würde. Therapien wie Bestrahlung, Chemo oder OP stehen zurzeit nicht dafür.

Die Devise heißt nun: Erst einmal abwarten. Das nächste PET/CT ist für den 7. Mai angesetzt. Bis dahin passiert, hoffentlich, gar nichts.

Wir kennen das schon: Warten – warten – warten – und dann wieder ein Adrenalinspiegel weit jenseits der Wohlfühlgrenze. Wir üben noch, damit umzugehen.

Ist da was?

Es sind schon sehr beeindruckende Geräte, die da im Gebäude O26 im UK Eppendorf  stehen: Röntgengerät, CT, PET/CT, MRT, Linearbeschleuniger – und das sind nur die, die ich bis jetzt kennengelernt habe. Das Ganze hat etwas von Science Fiction und erinnert an Stargate oder StarTrek. Und Hamburg ist da sicher auf dem neuesten Stand der Technik.

Beeindruckend übrigens auch die Zahlen auf den Rechnungen aus diesem Haus.

Und trotzdem bleibt die Unsicherheit. Auf dem PET/CT kann man zwar erkennen: An der Wirbelsäule, knapp über dem ersetzten Wirbel, da ist was. Aber was? Die Expertinnen und Experten sind sich da keineswegs einig. Weiterlesen

Aus aktuellem Anlass

Es bleibt dabei: Die „Läsionen“, die vor der Chemo aufgetaucht waren, sind alle nicht mehr zu sehen. Alle! Und das ist sowohl hervorragend als auch sehr ungewöhnlich.

Es hat sich aber auch bestätigt: Die Aktivität, die das PET/CT im Rücken sichtbar gemacht hat, ist wohl auf eine Metastase zurückzuführen. Und sie ist stärker geworden. Oder anders: Weil sie stärker geworden ist, geht der Radiologe, der die Studie betreut, von einer Metastase aus.

Und das bedeutet voraussichtlich und wenn es der Rücken mitmacht: Wieder Bestrahlung. Mit allen Nebenwirkungen. Weiterlesen

Gemischte Gefühle

Inzwischen haben wir das Ergebnis der letzten Nachuntersuchung, und es ist, wie der Arzt meinte, „eigentlich ein gutes Ergebnis“. Es unterscheidet sich auch kaum vom letzten, das wir doch so bejubelt haben: Keine neuen Metastasen, die vorhandenen sind nicht mehr nachweisbar, und sogar die Strahlenpneumonitis ist etwas zurückgegangen.

Doch nun ist eine Stelle in den Fokus gerückt, die wir in der Vergangenheit gern ignoriert haben: Im Rücken ist seit der OP Bewegung. Jede PET/CT hat dort geleuchtet. Doch es war nie klar: Waren es die Nachwirkungen der OP oder war es Metastasenaktivität? Zurzeit deutet vieles auf die zweite Möglichkeit hin. Doch um zu entscheiden, wie wir darauf reagieren, sollen erst weitere Analysen abgewartet werden. Man will – und das ist ja auch ganz in unserem Interesse – eine richtige, keine schnelle Entscheidung. Weiterlesen

Ein neues Jahr

An diesem Wochenende endet offiziell die Chemotherapie. Montag geht es in die PET/CT, und ein paar Tage später werden wir wissen, was sie gebracht hat. In Zukunft geht es dann in erster Linie darum, den Status zu halten. Die Hoffnung geht dahin, dass die Metastasen in den nächsten Jahren nicht größer werden. Dazu dient dann auch die „Erhaltungstherapie“ – alle 14 Tage bekomme ich weiterhin das Antikörpermedikament. Das wird die Haut wahrscheinlich weiter belasten. Aber mein Allgemeinzustand soll sich nun kontinuierlich verbessern.

Das neue Jahr kann also beginnen. Und es beginnt mit einem Gottesdienst. Übermorgen. Gemeinsam mit Daniel Birkner. Und Euch? Über den Bibeltext 1. Korinther 2, 1-10 – Von der menschlichen und der göttlichen Weisheit – haben wir uns schon im kleineren Kreis „Zwischen Himmel und Erde“ ausgetauscht. Wer das nächste Mal auch mitmachen will, meldet sich ganz einfach bei mir und bekommt das Passwort.

Ich freue mich aber in jedem Fall darauf, dass ich die Quarantäne der letzten Wochen in Zukunft deutlich lockern kann und die Chance steigt, dass wir uns (wieder) persönlich begegnen. Am Sonntag allerdings werde ich nach dem Gottesdienst noch nicht wieder an der Kirchentür stehen können.

Lichtblick verschoben

Gestern tobte „Xavier“ über Hamburg und Norddeutschland. Auf unserem Spaziergang am Flughafen entlang mussten wir etliche Bäume überwinden, und im Hainholz hatte es richtig zugeschlagen: An mehreren Stellen war die Straße versperrt, parkende Autos waren zerstört, und selbst Häuser wurden nicht verschont.

Unsere Stimmung wurde dadurch nicht besser: Seit der PET/CT am letzten Montag warten wir auf das Ergebnis, das nicht vor Montag kommt. Wir vermuten, auch wegen zweier Knoten im Arm, dass nun die systemische Therapie beginnt. Das Warten zerrt an den Nerven. Aber es ist schön zu wissen und zu merken, dass Ihr an uns denkt.