Neues vom Blog

Vorgestern erschien ein Artikel im Niendorfer Wochenblatt über diesen Blog – für uns in vielerlei Hinsicht eine tolle Sache. Er war schön geschrieben und hat unsere Anliegen ganz gut zum Ausdruck gebracht. Wir haben uns richtig gefreut. Und viele Menschen wurden auf diese Seiten aufmerksam gemacht, wie wir an den Reaktionen sehen konnten. Vielen Dank an Kirsa Kleist und die Redaktion!

Aufmerksamen Leserinnen und Lesern wird nicht entgehen, dass wir gestern nicht nur den neuen „Lichtblick“ eingestellt haben, sondern auch etwas umgestellt haben. Als neue Abschnitte bzw. Menüs unter „Alle meine Blogs“ sind neu „Die Großen Exerzitien“ und „Atheismus oder Gott“.

Im – für uns – ziemlich unglaublichen Jahr 2016 spielen die Exerzitien in Bingen eine besondere Rolle. Geplant war, dass ich die Jahre bis zum Ruhestand in den Blick nehme und für diese Zeit Schwerpunkte bedenke. Das abrupte Ende dieser Zeit im Mainzer Krankenhaus lässt diese Erfahrungen noch einmal in einem besonderen Licht erscheinen. Was ist passiert? – dieser Frage stellen wir uns noch einmal mit zeitlichem Abstand und sind selbst gespannt, welche Antworten wir finden werden.

Eine andere Frage, die mich schon immer begleitet hat, ist die nach Gott. Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich meinte, ihn gefunden zu haben. Die ist lange vorbei. Seitdem würde ich mich als permanenten Gottsucher bezeichnen.Inzwischen habe ich den Verdacht: Das liegt nicht an mir, sondern an Gott. Denn für mich ist Gott ein Geheimnis, dem ich mich immer wieder nähern, den ich aber nicht „haben“ kann.

Es gibt aber sehr unterschiedliche Erfahrungen, und einige kommen in den Kommentaren zum Ausdruck. Leider gibt es in diesem Blog keine Funktion, in der man sich alle Kommentare gesammelt anschauen kann – zumindest habe ich sie noch nicht gefunden. Deshalb möchte ich neugierig machen. Macht euch auf die Suche – wenn neben dem Blog statt „Hinterlasse einen Kommentar“ steht: „Ein Kommentar“ oder „Zwei Kommentare“…, dann ruhig einmal draufklicken und lesen. Es lohnt sich.

Wunsch nach Klarheit

Die Journalistin Kirsa Kleist hat im Niendorfer Wochenblatt (hier als E-Paper auf Seite 13 und hier als Screenshot) einen sehr schönen Artikel über diesen Blog geschrieben. Er hat bei mir auch gleich wieder den Wunsch entstehen lassen, wieder mehr unter die Leute zu gehen.

Aber das muss noch etwas warten, bis… ja, bis wann eigentlich? Bis ich mehr zu Kräften gekommen bin nach der letzten OP? Bis die Situation klarer geworden ist nach einem Gespräch mit dem Vorgesetzten, mit den Ärzten? Ich fürchte, dass in Zukunft nichts klarer wird. Ein Zustand, den Katharina Hagena in ihrem Buch „Das Geräusch des Lichts“ schön in einem Satz zusammenfasst: „Seit drei Wochen warte ich auf einen Befund, der darüber entscheidet, ob ich für den Rest meines Lebens darauf warten werde, dass etwas eintritt, von dem man nicht sagen kann, ob es am Ende eintritt oder vielleicht nicht oder ganz bestimmt nicht, aber alles natürlich ohne Gewähr.“ Wenigstens das weiß ich: Genau diesen Befund habe ich.

Immer wieder läuft es auf den Lichtblick der letzten Woche hinaus: „Wir können an den Tod denken oder wir können weiterleben.“ Leben wir also weiter. Der Tod sorgt schon dafür, dass wir immer wieder einmal an ihn denken.

Leben, das heißt dann auch, sich mit Alltäglichkeiten zu befassen: Im Blog hat das Inhaltsverzeichnis in etwa das Format, das ich mir vorgestellt hatte (ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenig komfortabel ein so verbreitetes Programm wie WordPress für jemanden wie mich ist). Die Rezension von Erik Flügges Buch ist eingestellt. Und die ersten Gedanken zu den beiden neuen Themen nehmen Gestalt an: Die erste Fragestellung, die mich schon immer beschäftigt hat, lautet: Gibt es überhaupt einen Gott? Und wenn ja, könnte man ihn beschreiben? Und die zweite: Wer bin ich und wer will ich sein? – Erfahrungen aus den Exerzitien im letzten Sommer. Und ich bin neugierig, wohin uns diese Fragen tragen.