Lichtblick des Monats

und aus aktuellem Anlass

Wir haben ein bisschen warten müssen auf das Ergebnis der PET/CT vom Montag. Und das ganz endgültige Ergebnis steht auch noch aus. Aber heute Nachmittag rief die Ärztin an und teilte uns mit: Von den Metastasen, die Anfang Oktober entdeckt worden waren, sind momentan keine mehr „darstellbar“. Das heißt: auf der CT nicht zu sehen. Zu sehen sind nur zwei unklare Geschichten: In der Lunge – wahrscheinlich eine Strahlenpneumonitis – und im Rücken – vielleicht Metastasen, vielleicht auch Auswirkungen der OP.

Und weil’s so schön ist, noch einmal wörtlich: „Das Gesamtansprechen gemäß der RECIST 1.1 Leitlinie ist aktuell „Partial Response“ … Die Änderung zum aktuellen Zeitpunkt beträgt -100.0%. Aktuell existieren keine neuen Läsionen.“ Zu deutsch: Ein „partieller Rückgang“ um 100%.

Sollte sich das so bestätigen, und darauf setzen wir ganz stark: Hammer, absoluter Hammer. Die fiesen Pacmen haben wirklich ganze Arbeit geleistet.

Und wie geht es weiter? Wie schon geschrieben, werde ich ab nun alle 14 Tage die doppelte Dosis Antikörper (für die Experten: Cetuximab) bekommen. Bis man auf der CT wieder etwas entdeckt. Dann muss man sehen, welche Möglichkeiten es gibt. Wir hoffen, dass wir für die nächsten Monate, möglichst Jahre erst einmal Ruhe haben.

Die braucht der Körper auch. Er ist – wie unsere Seelen – ziemlich herunter gewirtschaftet.

Aber ich freue mich darauf, wieder unter Menschen zu gehen. Gestern war ich schon mal beim Pastorenkonvent. Nächste Woche geht es auf das Nordkirchen-Barcamp (#bcnordkirche). Und das Leben fühlt sich immer mehr wie Leben an.

Entscheidungen

Die Nachuntersuchung hat uns nicht wirklich überrascht, aber auch nicht gefreut. Weitere Metastasen sind entdeckt worden, an verschiedenen Stellen im Körper. Das bedeutet, dass wir uns jetzt mit einer systemischen Therapie auseinandersetzen und uns für einen Weg entscheiden müssen. Dazu werden wir noch einige Gespräche führen und das Tumorboard abwarten, und dann wird es auch zeitnah losgehen.

Medizinisch gesehen haben wir die Wahl zwischen Scylla und Charybdis. Aber wir erinnern uns: Odysseus und Jason haben es beide durch die sagenhafte Meerenge geschafft.

 

Das Beitragsbild zeigt die Straße von Messina, in der die sagenhaften „Scylla und Charybdis“ verortet wurden. Stahlstich von Albert Henry Payne (1840) – http://www.antique-prints.de/shop/catalog.php?cat=KAT39&lang=ENG&product=P006111, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15011945