Leider auserwählt

Eine Predigt zum Dankgottesdienst am 23. Juli 2017, dem 6. Sonntag nach Trinitatis, zur Verabschiedung aus dem Gemeindepfarramt und Einführung in die neue Stadtteilpfarrstelle
Text: 5. Mose 7, 1-11

Liebe Gemeinde!

Vor einer Woche war ich auf einem Familienfest und traf dort nach vielen Jahren die Cousine meines Vaters und ihren Mann wieder. Und sie erzählten mir ihre gemeinsame Geschichte. Wie er als Kind aus Schlesien fliehen musste und auf verschlungenen Wegen nach Bielefeld kam. Und wie er dort von einem Mädchen hörte, das aus Steinfeld bei Süderbrarup kam – das liegt rechts oben in Schleswig-Holstein. Und wie sie dazu kamen, dass sie sich einmal verabreden wollten und sich auf dem Hamburger Hauptbahnhof trafen, Bahnsteig 1, und als sie sich zum ersten Mal sahen, da wussten beide: Das ist meine Auserwählte, mein Auserwählter. Und weil sie beide fromme Menschen sind, erzählten sie mir mit leuchtenden Augen: Hat Gott uns nicht wunderbar geführt? Weiterlesen

Hineni

Predigt von Thomas Engel (Bordesholm) zu 2. Mose 33

thomas-engelLesung Exodus 33,17-23: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“

Mich beschäftigt zur Zeit sehr stark die schwere Krebserkrankung eines sehr guten Freundes. Wenn wir miteinander sprechen, geht es häufig um die Frage: „Was hat Gott sich damit gedacht, dass er mir diese Krankheit schickt.?“ Mein Freund formuliert es gerne auch noch provokativer: Was für ein fieses Spiel treibt dieser Herr da oben mit mir? Weiterlesen

Das Mose-Puzzle

Wie ich wurde, was ich bin II

Gleich meine erste Vorlesung im Studium beschäftigte sich mit der Genesis, dem 1. Buch Mose. Und der Professor nahm wenig Rücksicht auf die evangelikalen Studenten unter uns – zu denen ich ja auch gehörte. Erbarmungslos zeigte er die Widersprüche in den Geschichten von der Schöpfung bis zum Turmbau von Babel auf: Weiterlesen

Lichtblick der Woche

Gott spricht: Ich will mit dir sein.
2. Mose 3,12

Während der Auseinandersetzungen mit dem Glauben im Studium fiel mir mein Konfirmationsspruch in die Hände. Er wurde zu meiner persönlichen Grundlage: Wenn Gott ist, ist er mit mir.
Jahrelang hing die Urkunde in meinem Dienstzimmer. Jetzt packte ich sie wieder aus.