Die Losung heute

Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht.
1. Mose 1,3

Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben.
2.Korinther 4,6
Herrnhuter Losung vom Sonnabend, 20. Januar 2018. Manchmal passt sie einfach.

Lichtblick der Woche

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Die letzte Woche war hart, und die Nebenwirkungen der Chemo waren sehr viel anstrengender als gedacht. Spaß gemacht aber hat die Diskussion um den Predigttext für die Christnacht auf „Zwischen Himmel und Erde“. Und der Text selbst macht Mut:  „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.“ (Jesaja 9, 1)

Im Gottesdienst wird diesen Song Prince of Peace der Niendorfer Gospelchor ReJoyce singen. Hier gibt es schon einmal eine Version zum Warmhören:

The people who walked in darkness have seen a great light: light has dawned upon them, dwellers in a land as dark as death. For a boy has been born for us, a son given to us to bear the symbol of dominion on his shoulder; He shall be called, in purpose wonderful, in battle God like, Father for all time, Prince of peace. Great shall the dominion be, and boundless the peace bestowed on Davids throne and on his kingdom, with justice from now and for evermore. The zeal of the Lord of Hosts shall do this. (Jesaja 9, 1.5-6)

Und viele haben sicher auch den Chor aus Händels „Messiah“ im Ohr:

 

Lichtblick der Woche

In unserer Familie ist er Tradition, seit Generationen: der Herrnhuter Stern. Wenn er hängt, ist es Advent und wird es Weihnachten. Er hing schon in der Promenadenstraße, und natürlich leuchtet er auch hier. Tags und nachts. Ein Licht nicht nur in der Dunkelheit.

Und es gehört ebenso zur Tradition, dass der Stern am Anfang der Adventszeit mühsam zusammengebastelt wird und nach der Weihnachtszeit wieder auseinander.

Vor 160 Jahren ließ ein Mathematiklehrer der christlichen Gemeinschaft in Herrnhut seine Schüler einen solchen Stern basteln, damit sie ein besseres Verständnis für Geometrie bekämen. 1821 hing er zum ersten Mal zum Jubiläum – natürlich erst am Dreikönigstag. Denn in der Bibel kommt der Stern nur in der Geschichte von den heiligen drei Königen vor – die, und das muss auch an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, in der Bibel weder heilig noch drei noch Könige waren.

Vielleicht ist es diese Verbindung von Mathematik und Glaube, Vernunft und Gefühl, Licht und Hoffnung, die diesem Stern seine Kraft und Schönheit gibt.

Statistiken

Aus aktuellem Anlass

Nun ist es also so weit. In der kommenden Woche beginnt die Chemotherapie. Mit den zurzeit üblichen Mitteln hat man ungefähr zehn Jahre Erfahrung. Neuere Medikamente für „meine“ Tumorart befinden sich noch in der Testphase. Ob sie besser sind als die herkömmlichen, weniger Nebenwirkungen haben, das Leben verlängern oder gar den Krebs besiegen können – keiner weiß es. Bisher sind die Ergebnisse übersichtlich.

Mit der „üblichen“ Chemo hat man zwar mehr Erfahrungen. Aber wie sie beim Einzelnen wirkt, ist auch sehr unterschiedlich. Man kennt nur die Statistiken.

Statistiken.

Statistisch gesehen, sagen die Ärzte, hört dieses Medikament nach ein bis zwei Jahren Gaußsche Kurveauf zu wirken. Wirklich wirksame Alternativen kennen wir zurzeit nicht. Das heißt, nach der „Gaußschen Normalverteilung“: Die Hälfte der Patienten lebt länger, die andere kürzer. Das wären interessante Gedankenspiele – wenn es dabei nicht um mein eigenes Leben ginge.

Was aber ist selbst diese Statistik wert? In meinem Fall verhält sich der Tumor absolut atypisch und überrascht selbst die erfahrensten Mediziner. Ich falle also aus jeder Statistik heraus, und damit wird jede Therapie zum : Probieren wir mal aus.

Das eröffnet den Gedanken und Phantasien viele Räume, von Angst und Panik bis zu Hoffnung und Zuversicht – und wir sind gerade dabei, eine Reihe von ihnen zu Tür Lichtdurchschreiten. Wobei die Türen zu den ersteren oft von selbst aufgehen und die anderen manchmal klemmen.

Aber wir nutzen alle Hilfen und Hilfsmittel, die wir bekommen können. Und dann gelingt es auch, immer wieder.

There is a crack in everything. That’s where the light gets in.

 

Die Gaußsche Kurve wurde erstellt von: Ark0n – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=203703

 

O Heiland, reiß die Himmel auf

Predigt von Maren Gottsmann, Bildmeditation zu Beate Heinen „O Heiland, reiß die Himmel auf“ (Weihnachten 2015).

maren-gottsmannIch habe Ihnen heute für diese Nacht, diese Weihnacht ein Bild mitgebracht – sie haben es am Eingang erhalten.
Und ich möchte Ihnen einen kleinen Augenblick Zeit geben, dieses Bild zu betrachten –
Was löst dieses Bild in Ihnen aus? Weckt dieses Bild eine Erinnerung?
Was finden Sie von dem Weihnachtsevangelium in diesem Bild wieder? Weiterlesen