Das Buch mit den sieben Siegeln

Mein Dank gilt allen, die bei „Zwischen Himmel und Erde“ über den Predigttext Offenbarung 5, 1-5 mitdiskutiert haben. Mein Dank gilt Timo Milewski, der den Gottesdienst im Immanuel-Haus gestaltete, Elme Brinkmann-Conring für die Musik, Reinhard Münster als Küster und allen, die dabei waren und mir einfach durch ihr Dasein Kraft und gute Laune gegeben haben.

Meine Aufgabe war es, die Begrüßung und die Predigt zu halten:

ImmanuelBegrüßung

Liebe Gemeinde, zu diesem Gottesdienst am 1. Advent begrüße ich Sie herzlich gemeinsam mit Timo Milewski. Timo wird den Gottesdienst mit dem Abendmahl gestalten, ich werde nur die Predigt halten. Der Grund ist die Chemotherapie, die morgen für mich in die 2. Hälfte geht. Wegen der Gefahr einer Infektion muss ich auch körperlich möglichst Abstand halten und bitte darum um Verständnis.

Advent – die Zeit der Erwartung, eine Zeit der Sehnsucht: dass in der Dunkelheit Lichter angezündet werden und es hell wird in unserer Welt und in unserem Leben. Dass wir, wenn es kalt wird, näher zusammenrücken und uns gegenseitig wärmen. Dass in einer Welt des Unheils das Heil größer und stärker sein möge. Weiterlesen

Lobetal, Celle

Aus der Reihe „Wie ich wurde, was ich bin“. Alle Beiträge findet ihr in der „Themensuche“ auf der rechten Seite unter der entsprechenden Kategorie.

Als ich 1976 in Neuendettelsau mit dem Studium begann, war das nun ja nicht gerade die große Welt. Aber gemessen an dem, wo ich herkam, hatten sich mir noch einmal neue Horizonte geöffnet. Ich lernte Menschen kennen, die nicht nur theologische Texte interpretieren konnten, sondern auch Autos reparieren und Knoblauch-Spaghetti kochen. Vor allem aber imponierte mir ihr müheloser Umgang mit anderen Menschen. Da hatte ich noch viel vor mir.

Im Lauf der Jahre habe ich dann versucht, meine Fähigkeiten zu entwickeln. Bei einigen ist es mir besser gelungen als bei anderen. Und bei allen Schwierigkeiten und Schmerzen – es war und ist immer noch ein gutes Gefühl: Nach den Sternen zu greifen.

20160624_111735Um meinen Horizont zu erweitern, machte ich im Sommer 78 ein dreimonatiges Praktikum in der Behinderteneinrichtung Lobetal in Celle. Es war eine andere Welt. Vielleicht lag es daran, dass die Sterne an einer anderen Stelle hingen. Weiterlesen

* Glaubenswahrheiten

Es war Ende der 80er Jahre. Gerade war das Buch von Uta Ranke-Heinemann „Eunuchen für das Himmelreich“ erschienen, in dem sie die Sexuallehre der katholischen Kirche scharf anprangerte und damit einigen Wirbel auslöste. Ich sprach damals darüber mit einem katholischen Theologiestudenten, und er sagte: „Was Ranke-Heinemann behauptet, ist falsch.“ Ich fragte ihn, woher er seine Information habe. Er meinte: „Die Kirche sagt es.“ Ich fragte: „Aber wenn die Fakten im Buch stimmen?“ Darauf er: „Dann ist es trotzdem falsch, weil die Kirche es so sagt.“ Er meinte es ernst. Und ich dachte: Das nenne ich mal ehrlichen Kadavergehorsam. Weiterlesen

Lichtblick der Woche

Eine gute Geschichte

Wir haben Verwandte in der Nähe von Chemnitz. Und obwohl sie selbst seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, waren sie für uns ein Lichtblick in der vergangenen Woche. M. erzählte am Telefon: „Meine Mutter hatte auch Krebs. Sie musste sich vielen Therapien unterziehen. Und die waren hart, damals in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Aber sie verlor nie den Mut. Nie. Und sie lebte noch 42 Jahre.“

Das tat gut. Genau wie das kurze Gespräch gestern in der onkologischen Praxis: „Wissen Sie“, sagte eine Frau, „vor fünf Jahren bekam mein Mann Krebs. Die Ärzte gaben ihm noch drei Jahre. Er lebt immer noch. Und wir nehmen jeden Tag, wie er ist.“

Solche Geschichten erzählen vom Leben. Sie machen uns Mut. Danke, für jede gute Geschichte, die ihr uns erzählt.

Das Beitragsbild ist ein Ankh-Kreuz und ist in der ägyptischen Mythologie wie in der koptischen Kirche ein Symbol für das (ewige) Leben. 

Lichtblick der Woche

Jesus sagt: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
(Johannes 14, 19)

Dieser Lichtblick ist den Seelsorgern, Psychologinnen und Ärzten gewidmet, die uns in den vergangenen beiden Wochen wirklich geholfen haben. Danke, Sie haben uns Türen zum Leben geöffnet.

Und das Prisma hat uns Regina S. geschenkt.

* Lichtblick der Woche

Seit einigen Monaten leben wir im „Tumorland“. Und das bedeutet, dass uns der Tod näher gerückt ist als jemals in unserem Leben. Ja, er begleitet uns. Aber wir wollen leben. Und wir halten uns an die querschnittsgelähmte Sonja, die – in dem Film „Ein Mann namens Ove“ von Hannes Loft (Schweden 2015) – ihrem verzweifelnden Mann Ove sagt:

Wir können an den Tod denken oder wir können weiterleben.