Lichtblick der Woche

route-66-historic.jpgJohanna und Jörn schenkten uns, nachträglich zu meinem Geburtstag, diese „Route 66“. Sie erinnerten sich an unseren Wunsch, die „Main Street of America“ einmal zu fahren. Und damit ist sie ein Symbol für unsere Hoffnung, dass es auch möglich sein wird. Dieses Schild hängt nun im Flur.

Die beiden schrieben dazu: „Die Route 66 beginnt ganz bestimmt in Niendorf.“

Und der Tag, an dem wir dieses Geschenk bekamen, hielt noch mehr Lichtblicke für uns bereit: Ute und Sönke besuchten uns, und es wurde ein wunderbarer Nachmittag.

Und abends lasen wir die Herrnhuter Losung, die diesmal ganz besonders zu passen schien: Paulus sprach zu den Mitreisenden: Diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du musst vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir fahren. (Apostelgeschichte 27,23-24) Die Begegnung mit dem Kaiser wurde für Paulus alles andere als angenehm. Aber bis dahin hatte er Mitreisende, die ihm Gott geschenkt hatte und die ihm zur Seite standen.

 

Lichtblick. Aus aktuellem Anlass

Wir haben länger überlegt, ob wir überhaupt einen Lichtblick schreiben können. Denn die letzten Gespräche im UKE waren nicht sehr ermutigend. Aber vielleicht passt deshalb gerade die Ermutigung, die uns Waltraud in der vergangenen Woche zukommen ließ: storch.jpgGib niemals auf.

Wie schon vor einer Woche angedeutet, waren die Ergebnisse der letzten Untersuchung nicht gut: In der Lunge gibt es unklare Befunde. Vor allem aber haben sich die Metastasen in der Wirbelsäule vergrößert und bedrohen das Rückenmark. Das heißt: Die Immuntherapie hat bisher nicht angeschlagen.

Deshalb diskutieren wir jetzt schon riskante Behandlungsmethoden: Bestrahlung oder OP, die aber auch fürs Rückenmark gefährlich werden können. Insofern trifft es das Bild ganz gut: Den Frosch hat es schon ziemlich schlimm erwischt. Wird er die Kraft behalten, den Hals zuzudrücken?

Mit der Immuntherapie machen wir erst einmal weiter. Es wird nun viel darauf ankommen, dass die Immunzellen in meinem Körper doch noch aufwachen. In seltenen Fällen hat man es schon beobachtet, dass sie durch eine Bestrahlung angeregt werden. Jetzt wäre ich gerne mal wieder ein solcher seltener Fall.

Und dann sind da noch die Herrnhuter Losungen. Heute mit einem Wort aus 5. Mose 23,6: „Der Herr, dein Gott, wandelte dir den Fluch in Segen um, weil dich der Herr, dein Gott, lieb hatte.“ (5. Mose 23,6) Wir würden es gerne glauben. Und wir zweifeln. Weil wir es erlebt haben, wie es genau umgekehrt kam: Aus Segen wurde Fluch.

Leonard Cohen singt: „I’ve seen you change the water into wine. I’ve seen you change it back to water, too.“ (Treaty) Auch wir kennen die Wunder – in beide Richtungen. Wir möchten gerne an die der ersten Kategorie glauben können.

 

Lichtblick der Woche

Wir hatten schon einen Lichtblick vorbereitet. Und dann überraschten uns die Herrnhuter Losungen gestern abend mit diesen Versen:

Gras SteinHerr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt. (Psalm 84,13)

Wo keine Hoffnung war, hat Abraham auf Hoffnung hin geglaubt. (Römer 4,18)

Es gehört zum Geheimnis des Glaubens: Wo keine Hoffnung ist zu hoffen, und zu erfahren: So entsteht Hoffnung. Und natürlich helfen uns dabei die Hoffnungszeichen, die wir auch in den vergangenen Tagen wieder erlebt haben.

Lichtblick der Woche

Es ist schwer, in dieser Zeit einen Lichtblick auszumachen –
– einer Zeit, in der die Aussichten auf „Rückkehr in die Therapie“ stehen,
– einer Zeit, in der die Enttäuschung über das erneute Wachstum von Metastasen groß ist,
– einer Zeit, in der wir wieder Träume von entspannte(re)m Urlaub begraben können –
– einfach in einer Zeit, in der sich so manche Hoffnungen zerschlagen haben. 

Aber nicht jede. Denn
– noch haben Ärztinnen und Ärzte ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft,
– und es stehen uns viele Menschen zur Seite,
– und wir haben uns,
– und, nicht zu unterschätzen, wir haben Arbeit, Frühling und einen funktionierenden Laptop. Das mag banal erscheinen, aber es sind auch solche kleinen Dinge, die über einen guten oder schlechten Tag entscheiden.

Und ein Spruch, der mir in anderen Zusammenhängen ebenfalls sehr banal vorkommt, geht mir heute nicht aus dem Kopf: Es ist noch nicht aller Tage Abend.

Nein, es gibt diesmal nicht den einen Lichtblick der Woche. Aber eine ganze Reihe von kleinen.

Lichtblick der Woche

Das letzte Wort über diese Welt
haben nicht Menschen oder Mächte.
Gott wird es sprechen.
Darauf können wir vertrauen.
Diese Hoffnung ist Motor und Impuls,
mit dem langen Atem der Zuversicht
an der Arbeit zu bleiben.

Mit diesem Wort von Peter Hahne haben uns Horst und Margitta B. viel Mut zugesprochen.

Lichtblick der Woche

Manchmal wird ein fast normales Gespräch zum Lichtblick. Ein Gespräch, in dem eigentlich nichts Neues gesagt wird. Und das doch unerwartet ist und richtig gut tut. So wie Utes Besuch bei der Ärztin Frau Blank gestern. Eigentlich ging es um eine muskuläre Verspannung. Und dann fragte sie nach. Und dann fielen Sätze wie: „Was in zwei Jahren passiert, kann Ihnen doch niemand sagen. Der Krebs muss doch nicht wiederkommen. Bis dahin ist in der Forschung doch wieder so einiges passiert.“ Und auch wenn wir wissen, dass sie auch nicht mehr weiß als wir – wenn das eine Ärztin sagt…

Und dann persönlich: „Sie machen das ganz großartig zusammen, Sie sind doch so dicht. Und was auch immer Sie irgendwann entscheiden, es wird immer eine gemeinsame Entscheidung sein und es wird sich richtig anfühlen, wo immer die Reise hingeht. Und das kennen Sie doch selber, dass man durch ein tiefes Tal geht und es dann wieder heller wird.“

Ja, wir wissen es. Aber im Tal ist es gut und manchmal nötig, wenn da jemand ist, der einen antippt und auf das Licht hinweist.