Gemischte Gefühle

Inzwischen haben wir das Ergebnis der letzten Nachuntersuchung, und es ist, wie der Arzt meinte, „eigentlich ein gutes Ergebnis“. Es unterscheidet sich auch kaum vom letzten, das wir doch so bejubelt haben: Keine neuen Metastasen, die vorhandenen sind nicht mehr nachweisbar, und sogar die Strahlenpneumonitis ist etwas zurückgegangen.

Doch nun ist eine Stelle in den Fokus gerückt, die wir in der Vergangenheit gern ignoriert haben: Im Rücken ist seit der OP Bewegung. Jede PET/CT hat dort geleuchtet. Doch es war nie klar: Waren es die Nachwirkungen der OP oder war es Metastasenaktivität? Zurzeit deutet vieles auf die zweite Möglichkeit hin. Doch um zu entscheiden, wie wir darauf reagieren, sollen erst weitere Analysen abgewartet werden. Man will – und das ist ja auch ganz in unserem Interesse – eine richtige, keine schnelle Entscheidung. Weiterlesen

Von guten Mächten

Seit meiner Jugend kenne ich das Gedicht, zuerst in der Vertonung von Siegfried Fietz, dann auch in der Gesangbuchfassung von Otto Abel (EG 65). Dietrich Bonhoeffer hat es im Dezember 1944 geschrieben, aus der Haft und nur wenige Monate vor seinem Tod.

Immer und immer wieder habe ich es gesungen und zitiert, höre ich es an der Schwelle zum Jahr 2018 noch einmal ganz neu.

1. Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr. Weiterlesen

Hineni. Eine Predigt

Predigt von Thomas Engel (Bordesholm) zu 2. Mose 33

thomas-engelLesung Exodus 33,17-23: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“

Mich beschäftigt zur Zeit sehr stark die schwere Krebserkrankung eines sehr guten Freundes. Wenn wir miteinander sprechen, geht es häufig um die Frage: „Was hat Gott sich damit gedacht, dass er mir diese Krankheit schickt.?“ Mein Freund formuliert es gerne auch noch provokativer: Was für ein fieses Spiel treibt dieser Herr da oben mit mir? Weiterlesen

* Hineni

Das Wort ist hebräisch und heißt übersetzt „Hier bin ich“. In der Bibel sagen es Menschen, die von Gott oder von Menschen angerufen werden: „Wo bist du?“ Mose wurde zum Beispiel aus dem Dornbusch gerufen und Abraham von seinem Sohn, Josef von seinem Vater und Samuel im Traum.

„Hineni“ ist aber viel mehr als das Signal, dass man den Ruf gehört hat. Es ist mehr noch eine Haltung, eine Lebenshaltung und meint: „Hier bin ich, mit allen meinen Sinnen. Ich bin wach und bereit. Ich höre und bin bereit zu folgen.“ Wer „Hineni“ sagt, macht mit einem Wort den Schritt von der Unverbindlichkeit in die Verpflichtung und Verantwortung. Weiterlesen