Spiel mir das Lied vom Tod

Es gibt Frauen- und es gibt Männerfilme, definitiv. Ich weiß zwar nicht genau, „was Frauen wollen“Ich weiß aber definitiv, dass ich den Frauen – zumindest in meiner Familie – nicht mit „Die Hard“ und Bruce Willis kommen kann oder gar „Rambo II“ mit Sylvester Stallone. Solche Filme gehen nur gemeinsam mit meinem Sohn.

Und so hatten wir uns schon lange zu einer „Paten-Nacht“ verabredet. Es wurden zwei draus, denn schon die ersten beiden Filme dauerten Stunden. Um Religion geht es in dieser Mafia-Trilogie zwar nur am Rande – und wenn, wie in der „Taufszene“, in der Verbindung mit Gewalt -, aber wir haben es genossen.

Wir wiederholten unsere Filmnächte, erst mit der „Dollar-Trilogie“ und Clint Eastwood und dem Soundtrack von Ennio Morricone, dann mit dem sehr schönen Robert Redford/Paul Newman-Klassiker „The Entertainer“. Jetzt freuen wir uns noch auf „Spiel mir das Lied vom Tod“ – Soundtrack wieder von Morricone.

So ganz klar ist es mir nicht, warum wir Jungs auf solche Filme stehen. Sicher, sie sind gut gemacht. Aber bis auf den Entertainer sind sie auch ziemlich gewalttätig, die Dialoge nicht wirklich geschwätzig, die Inhalte archaisch: Rache, Ehre, Heldenmut. Werte, die traditionell den Männern zugeschrieben werden. Werte, die ich so im wirklichen Leben nur in ihrer gezähmten Weise leben will und kann. Aber sie sind offenbar ein Teil von mir.

Wie auch immer – sie verbinden mich auch mit meinem Sohn. Und wir haben zwar noch keinen Termin, um Sergio Leones Filmklassiker zu sehen. Aber er hat mich eingeladen. Heute abend in die Laeiszhalle, zu „The Best Of Ennio Morricone“. Ein tolles Weihnachtsgeschenk.

 

 

Familienurlaub

Andere Menschen fahren im Urlaub zum Base Jumping nach Norwegen, fliegen auf die Malediven oder zum Shoppen nach New York. Wir machen Familienurlaub in Dänemark. Und das sieht auch ziemlich spannend aus: Sechs Personen und zwei Hunde, alle mit durchaus eigenem Kopf und Charakter, in einem Ferienhaus mit einem Wohnzimmer und integrierter Küche, meistens warm, und vier kleinen Schlafzimmern, immer kalt. Ich kann mir vorstellen, dass diese Konstellation in manchen Familien durchaus zu Konflikten führen kann. In unserer im Prinzip auch. Aber es wurde im Gegenteil eine außerordentlich entspannte Zeit.

Morgen fahren die Kinder wieder zurück nach Hamburg, mit Ute bleibe ich noch einen Tag länger. Wir haben miteinander geredet und gespielt, haben gepuzzelt und Bücher gelesen. Wir haben abwechselnd Essen gemacht und eingekauft – neben Lebensmitteln ein paar Sack Brennholz – und dann noch einen und noch einen… So konnte der Kamin bollern, während die Hunde im Korb lagen oder durch das Zimmer getigert sind.

dänemark2Die Nordsee zeigte sich uns bei jedem Wetter – der Wind fegte uns den Kopf frei, der Regen erfrischte uns, und die Sonne zauberte wunderbare Farben auf das Wasser. Besonders die Hunde haben die Weite des menschenleeren Strands ausgenutzt, und die Familie säuberte ihn noch von einigem Abfall.

Das Schöne an diesem Urlaub ist, dass so gar nichts Spektakuläres passiert ist. Unser „großer“ Ausflug ging nach Ringkøbing. Wir besichtigten die alte Kirche, die uns mit modernem Altarbild und Taufbecken überraschte. Anschließend spazierten wir durch die nicht sehr lange Fußgängerzone und besuchten danach ein schönes Keramikgeschäft, in dem Inga eine Teekanne fand, die sie schon lange suchte.

Alles in allem ist es ein sehr gelassener Urlaub. Wir erholen uns und genießen die gemeinsame Zeit. Wir nehmen aufeinander Rücksicht. Und neben all den gemeinsamen Unternehmungen machen wir auch unsere eigenen Dinge. Und das alles auf so engem Raum, fast eine Woche lang. Ein großes Dankeschön an alle.

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Beitragsbild © Ute Thiesen, Bild im Text © Rasmus Thiesen

Lichtblick der Woche

Heute ist es wieder so weit: Seit vielen Jahren gehört „Der kleine Lord“ zu unserem Adventsprogramm – und die ganze Familie versammelt sich vor dem Fernseher. Familienfilm Kleiner LordNatürlich haben wir den Film inzwischen aufgezeichnet – für den Fall, dass jemand nicht zum Sendetermin dabei sein kann. Aber das versuchen wir zu vermeiden – und das ist schon der erste Lichtblick: dass alle mit dabei sein wollen. Der zweite ist, wenn wir alle live dabei sind. Und der dritte ist die Botschaft des Films: Unbeirrt an das Gute im Menschen und in der Welt glauben, dann wandeln sich selbst misanthropische englische Adlige. Und wer weiß, was sonst noch alles.

„Fröhliche Weihnachten“, wünscht Little Lord Fountleroy am Ende den Gästen. Wir schließen uns an.

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Beitragsbild: Pixabay
Bild im Text: Unser Ausblick heute Abend © Erik Thiesen
Bilder vom Film sind urheberrechtlich geschützt. Also selber ansehen…

 

 

Lichtblick der Woche

Vor einer Woche, als es uns nicht sehr gut ging, schickte uns meine Schwester Inke diesen „Wächter-Engel“.Engel Spannbrück1

Das Bild hing in unserem gemeinsamen Kinderzimmer; es hat sicher meine frühesten Jahre geprägt. Und die Eindrücke waren durchaus unterschiedlich: Der große Engel, freundlich und hell und groß und stark. Zu groß allerdings, um nahe zu sein. Die baufällige Brücke; das fehlende Brett hinter den Kindern strahlte für mich immer eine große Gefahr aus. Die Kinder selbst, klein und hilflos, aber stark als Geschwister. Und eigentlich war ich doch der große Bruder…

Heute ist das Bild immer noch ein Zeichen für die Verbundenheit unter uns Geschwistern und in der Familie. Es hängt jetzt bei unserem Neffen im Schlafzimmer.

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In meiner kindlichen Erinnerung war das Bild riesig, so etwa 2x3m. Das konnte natürlich nicht stimmen. Ich schätzte es gestern auf 1×0,70m. Thies hat noch einmal nachgemessen: Es ist 33x43cm groß. Soviel zu Erinnerungen aus der Kinderzeit.

Beitragsbild: Wächterengel, von unbekannt, erinnert an Werke von Fridolin Leiber – Deutsche Postkarte um 1900, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9459140
Bild im Text: © Thies Hörcher

Familienzeit

Ich muss einer der ersten gewesen sein. Ehe die zuständigen Stellen es regeln konnten mit Arbeitsvertrag, Krankenkasse und Beihilfe, Gehalt und anderen Formalitäten, war die Zeit schon fast wieder zu Ende. Ich hatte mich nämlich entschlossen, Erziehungsurlaub zu nehmen. Für ein Jahr. Heute nennt man es Elternzeit.

Zugegeben, anfangs war ich mir nicht ganz sicher, was ich davon halten sollte. Natürlich war ich der Meinung, dass Männer und Frauen prinzipiell gleichberechtigt sind und beide das gleiche Recht auf Berufstätigkeit haben. Aber es war Ute, die dieses Thema vor Maj-Britts Geburt auf die Tagesordnung brachte. Und im Nachhinein kann ich sagen: Das war gut so. Weiterlesen

Ein neues Leben

So fühlt es sich also an.

Am Abend des 16. April 1991 fuhr ich die Breitenfelder Straße herunter in Richtung Jerusalem-Krankenhaus, und mein Bauch sagte mir: Jetzt geschieht etwas Bedeutendes. Mein Bauch hat nicht immer Recht, diesmal aber schon. Denn neben mir saß Ute, die eine halbe Stunde vorher in mein Arbeitszimmer gekommen war mit den Worten: Es geht los. Wir sollten also Eltern werden.

Das erhabene Gefühl sollte nicht lange andauern. Denn vor uns lagen viele Stunden Mühsal und Schmerzen. Am nächsten Morgen rief ich Propst Rogmann an, um den Pastorenkonvent abzusagen, auf dem ich mich hatte vorstellen sollen. Es sollte dann noch eine gute Stunde dauern, bis Rasmus mit der Saugglocke geholt wurde. Von dieser Prozedur behielt er noch einige Monate eine lustige Kopfform, bis auch die verschwand.

Was nicht verschwand, war sein Hang zu Bauchschmerzen. Und so lebten wir im Sommer ’91 praktisch in einem permanenten Ausnahmezustand: Ich machte die ersten Schritte in der neuen Gemeinde, Rasmus wollte möglichst ständig getragen werden – und gleichzeitig blieb dieses Gefühl: Wir sind Eltern, Mutter und Vater. Wir sind eine Familie. Wir sind verantwortlich für ein Leben, von nun an für immer. Wir hörten Reinhard Mey, Mein Apfelbäumchen, und wussten und erlebten: Was er sang, stimmt. Jedes einzelne Wort: „Keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin. Und das geht so, wie ich vermute, bis ich hundert Jahre bin.“ oder: „Abends an deinem Bett zerrinnt das Wichtige zur Nichtigkeit“. Und beim „Kleinen Kameraden“ laufen besonders Utes Gefühle Amok, immer noch.

Rasmus forderte uns, eigentlich zu 100%. Dazu kamen noch die 100%, die ich für den Beruf aufbringen musste und wollte. Denn nicht nur die Gemeinde erwartete, dass ich im Prinzip 24 Stunden an 7 Tagen der Woche für sie bereit stand. Auch das Pfarrergesetz setzte es voraus. Und nicht zuletzt war es das Pastorenbild, das ich schon aus dem Elternhaus mitbrachte.

Und das führte zu heftigen familiären Auseinandersetzungen. Es dauerte, bis wir zu einem halbwegs tragbaren Kompromiss kamen – der im Lauf der Jahre immer wieder nachverhandelt werden musste.

Trotzdem wurden wir Wiederholungstäter. Und darüber waren wir uns von Anfang an einig. Maj-Britt und Inga waren genauso wie der ältere Bruder absolute Wunschkinder. Und sie sollten uns nicht enttäuschen. Jedes einzelne von ihnen hat uns im Lauf der Jahre unendlich viel mehr Freude gebracht als Schwierigkeiten gemacht. Sicher, sie haben uns immer wieder herausgefordert. Aber wir wollten es so. Und haben es nie bereut.

Heute wohnen wir alle in Niendorf. Und wenn wir unsere Kinder fragen, warum nicht in einem anderen Stadtteil oder in einer anderen Stadt, antworten sie: „Weil hier unsere Familie wohnt.“

 

Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Predigt in der Heiligen Nacht

Ich war mir nicht sicher, ob ich an Weihnachten wirklich auf der Kanzel würde stehen können. Aber es wurde wahr. Gemeinsam mit Pastor Hendrik Hoever, dem Gospelchor ReJOYce unter der Leitung von Christoph Schlechter und Gudrun Fliegner am Klavier gestalteten wir die Christmette in der Kirche am Markt. Und hier ist die Predigt:

Liebe Gemeinde!

Zu den Wünschen, die wir in den letzten Wochen ausgetauscht haben, gehörte gerne auch einmal: „Ich wünsche dir besinnliche Weihnachten.“ Nun ist der Heiligabend fast vorbei. Und ich fürchte, dass er in den meisten Häusern nicht das war, was wir unter besinnlich verstehen. Vielleicht finden wir ja in einem Gottesdienst Besinnlichkeit. Vielleicht wurde uns besinnlich zumute, wenn wir in der Familie die Weihnachtsgeschichte gelesen oder ein nachdenkliches Gedicht gehört haben. Vielleicht haben wir den Heiligabend aber auch schon aufgegeben, was Besinnlichkeit angeht, und wir hoffen auf die kommenden Tage, auf Besinnung nach dem ganzen Trubel.

Mit Besinnung verbinden wir ja, dass wir zur Ruhe kommen. Dass wir uns besinnen auf das, was Sinn macht und was wirklich wichtig ist – was uns wirklich wichtig ist. Haben wir aber nicht genau das heute Abend gemacht oder zumindest versucht?

Gut, zur Ruhe sind wir bisher vielleicht eher nicht gekommen. Aber dieser ganze Stress: Geschenke einkaufen, Wohnung schmücken, Essen vorbereiten, die ganzen Weihnachtsfeiern – das machen wir doch nicht so einfach zum Spaß. Oder zumindest nicht nur. Sondern weil es uns etwas wert ist. Weil wir es uns wert sind. Weil es für uns Sinn macht.

Zum Beispiel die Geschenke. Seitdem ich denken kann, wird über den Konsum und den Kommerz von Weihnachten geschimpft. Ich finde, das ist ungerecht diesem Fest gegenüber. Wir sind nicht mehr konsum- und kommerzorientiert als auch sonst im Jahr. Wenn wir etwas brauchen oder einfach nur haben wollen, dann kaufen wir es gleich. An Weihnachten aber geht es uns darum, anderen eine Freude zu machen, ihnen etwas Besonderes zu schenken. Nicht immer gelingt es uns, und nicht immer machen wir uns genug Gedanken darüber. Aber wenn es uns einmal glückt, dann war es die ganze Mühe wert.

Oder die Menschen, mit denen wir zusammen feiern. Am liebsten mit der Familie. Weil diese Menschen uns auch meistens am nächsten stehen. Das geht auch ganz gut, besonders wenn die Kinder klein sind. Das wird allerdings oft komplizierter, wenn die Kinder größer werden, eigene Interessen haben, eine eigene Meinung, eine eigene Vorstellung davon, wie ein schöner Weihnachtsabend aussieht. Soll man auf die traditionelle Ente verzichten, nur weil eine Tochter Veganerin ist? Oder wie ist es mit dem gemeinsamen Kirchgang? Wie teuer dürfen die Geschenke sein – und sind sie nicht ohnehin der Ausdruck schlechten Gewissens, dass man sich unterm Jahr nicht umeinander gekümmert hat?

Solche Konflikte können die besinnliche Zeit sehr schnell und effektiv schreddern. Deshalb greifen nicht wenige zu pragmatischen Lösungen: Man trifft sich einfach nicht mehr. Die einen fahren nach Fuerteventura, die anderen feiern bei Freunden. Und Onkel Peter mit seinen skurrilen politischen Ansichten wird ohnehin schon seit Jahren nicht mehr eingeladen.

Es hat ja auch etwas für sich, Weihnachten mal unter Palmen zu feiern. Und ist es nicht irgendwie logisch, dass wir gerade zum Fest der Liebe unangenehmen Diskussionen und gegenteiligen Meinungen aus dem Weg gehen und lieber unter uns bleiben? Ich kann das gut verstehen. In den letzten Monaten habe ich ein paar Diskussionen über Religion oder Politik mit Menschen geführt, die so gar nicht meiner Meinung waren. Wir haben uns nicht gerade gestritten, kamen aber inhaltlich auch nicht zueinander. Und das, obwohl ich die besten Argumente hatte. Fand ich. Aber das fanden die anderen wohl auch.

Und dann passierte es, dass wir manchmal doch noch zueinander kamen. Nicht inhaltlich. Aber auf einer anderen, der persönlichen Ebene. Das war im direkten Gespräch meist leichter als im Internet. Weil wir uns dort eher zeigen konnten: Mir liegt etwas an dir. Du hast zwar völlig skurrile Ansichten, aber du bist nett. Ich will dir nichts Böses und merke, dass du es auch mit mir gut meinst. Wir sind uns begegnet.

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, meint der Philosoph Martin Buber. Ich glaube, hier liegt auch das Geheimnis und das Ziel von Weihnachten: dass wir uns begegnen. Dass wir uns hinter den Geschenken und Traditionen als Menschen wahrnehmen. Ich glaube, dass hier auch der Schlüssel für den Frieden in unserer Gesellschaft ist: dass wir uns trotz unterschiedlicher, ja manchmal gegensätzlicher Ansichten persönlich gewogen sind.

Nur so kann ich mir auch den ewigen Frieden vorstellen, von dem der Prophet Jesaja spricht – die Worte der Bibel haben wir vorhin gehört, jetzt hören wir sie von ReJoyce.

Prince of Peace (Jesaja 9, 1 und 5-6), hier als Podcast:
ReJoyce:

Ich versuche eine Übersetzung aus dem Englischen: Die Menschen, die in der Finsternis wandelten, haben ein großes Licht gesehen: Licht ist über ihnen angebrochen, den Bewohnern in einem Land, das dunkel ist wie der Tod. Weil ein Kind für uns geboren ist, ein Sohn ist uns gegeben. Es trägt das Zeichen der Herrschaft auf seiner Schulter; Er soll genannt werden wunderbarer Ratgeber, im Kampf Gott gleich, Vater für alle Zeit, Prinz des Friedens. Groß soll seine Herrschaft sein, und grenzenlos der Friede, der Davids Thron und seinem Königtum gewährt wird, mit Gerechtigkeit von nun an für immer. Der Herr der Heerscharen wird dies mit Leidenschaft tun.

Es ist möglich, dass Jesaja selbst durchaus in militärischen Kategorien dachte: dass da jemand kommt, der stärker ist als die furchtbaren Assyrer und die Ägypter; ein zukünftiger König, der sie alle mit der Kraft Gottes besiegen wird. Bis heute brauchen wir ja Polizei und Militär, um Konflikte in den Griff zu bekommen.

Ich glaube allerdings nicht, dass dies Gottes Weg ist. Denn wir haben es bis heute dadurch nicht geschafft, dauerhaft Friede und Gerechtigkeit zu schaffen. Gewalt gebiert nur neue Gewalt, und wirkliche Gerechtigkeit entsteht nur dort, wo der Mensch in seiner Einzigartigkeit gesehen wird. Egal ob menschliche oder Gottes Herrschaft – immer wenn sie mit militärischer Gewalt durchgesetzt werden sollte, war das Ergebnis Leid, Tod und Ungerechtigkeit. Ich glaube, dass Gottes Weg viel persönlicher ist.

Der „Prinz des Friedens“ ist ein kleines Kind. Jesaja sagt von ihm, dass er bereits geboren ist. Und das heißt: Der Friede ist unter uns, aber er muss noch wachsen. Und er wächst, mit jeder Begegnung.

Christen haben den „Prince of Peace“ immer schon mit Jesus identifiziert. Und genauso wie der Prinz muss das Kind in der Krippe noch wachsen. Und als Jesus erwachsen war, hat er kein System von Richtigkeiten aufgestellt und keine Dogmatik entwickelt. Er ist den Menschen begegnet, und diese Begegnung hat sie heil gemacht. Er hat die Menschen ermutigt, an einen Gott zu glauben, der wie ein Vater ist, und dem Leben zu vertrauen. Damit wir im Frieden mit uns und mit den anderen Menschen leben können.

Nun ist diese Welt noch nicht in Ordnung. Selbst in unseren Familien gibt es so manche Bruchstellen, bei den einen mehr, den anderen weniger. Und einige von ihnen sind auch heute wieder aufgebrochen. Jesaja aber macht uns Mut: Der Grund für den Frieden ist schon gelegt. Und Weihnachten erinnert uns auch in diesem Jahr wieder daran, dass das Licht schon in die Welt gekommen ist. Wenn Sie eine Krippe zuhause stehen haben, dann können Sie erkennen, wie das aussehen kann: Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft versammeln sich unter einem Dach und kommen gut miteinander aus.

Das wäre eine Weihnachtsbotschaft, die wir gut ins neue Jahr 2018 mitnehmen könnten, jeder und jede Einzelne von uns.

Amen.