Lichtblick der Woche

In wenigen Stunden werden wir das Ergebnis der PET/CT erfahren. Und es ist gut möglich, dass es gar nicht nach unseren Wünschen ausfällt. Doch auf unserer Seite stehen:

  • Dr. A.M. mit seinen hochqualifizierten Teams aus der Onkologie, Radiologie, Orthopädie… im UKE, in Schnelsen und Mainz,
  • Dr. A.K., der in seiner Firma zurzeit an einem Gegenmittel gegen diesen Krebs arbeitet,
  • die Psychologinnen Dr. S.M. und Dr. J.S., die unseren Geist immer wieder aufrichten,
  • Partner*in und Kinder, die uns wunderbar tragen,
  • der Pastor F.P., der unsere Seele ausrichtet,
  • die Kolleginnen und Kollegen, die unsere Arbeit machen, wenn unsere Kraft nicht reicht,
  • Vorgesetzte, die unsere Arbeitsstellen an unsere Möglichkeiten anpassen und
  • das riesige Netzwerk in Familie, Freundeskreis und Gemeinde, die uns eine Wohnung besorgen, sie einrichten, mit uns feiern und fühlen, für uns beten, uns Lichtblicke schenken und umarmen.

Nach menschlichem Ermessen hat der Krebs auf Dauer keine Chance.

Das göttliche Ermessen ist schwerer einzuschätzen. Einerseits hat da jemand geschlafen, als ein paar üble Zellen in meinem Körper auf Reisen gingen, sich häuslich niederließen und Nachkommen zeugten. Andererseits ist in den letzten Monaten und Jahren soviel passiert, was mit „Zufall“ nicht mehr zureichend erfasst werden kann.

Im Brief, den ich jetzt von meiner Tante bekam, stand die Zusage Jesu: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20) Dann gehen wir es mal gemeinsam an, mit Jesus an unserer Seite.

Was man so braucht

Die Kinder sind aus dem Haus. Sie haben ihre eigenen Wohnungen, gehen ihre eigenen Wege. Und doch gibt es, außer Weihnachten, ein Ereignis, das uns Jahr für Jahr wieder zusammenführt. Und zwar in Bad Segeberg.

Karl May ist Kult in unserer Familie. 2000 waren wir zum ersten Mal dort. Der Ölprinz, damals noch ohne Inga, für die das Geballer einfach zu laut war. Seitdem waren wir in jedem Jahr dort. Bis auf 2016. Was noch einmal deutlich macht, wie dramatisch das letzte Jahr für uns war.

Pierre Brice haben wir natürlich verpasst. Aber Gojko Mitic wurde für uns und besonders für die Kinder zur Winnetou-Legende. Und im ersten Jahr holte sich Maj-Britt ein Autogramm von Matthieu Carriere, der auch in diesem wieder den Schurken spielte. Damals hatte die Story auch noch eine Bedeutung; nach und nach trat sie in den Hintergrund. Aber immer noch macht es Spaß, emotional einzusteigen: mitzufiebern beim ersten Kuss des Liebespaars, Entsetzen zu zeigen, wenn der Bösewicht erscheint oder dahinzuschmelzen, wenn Winnetou bei „seinem“ Soundtrack auftritt.

Zu Karl May gehörte eigentlich auch immer die Currywurst mit Pommes und Mayo oder Ketchup und Cola. Doch zeigt sich gerade hier der Wandel der Zeiten. Aus der Cola wurde für die einen Wasser, für andere Bier. Und die Currywurst fiel teilweise ganz weg, weil sie den veganen Vorgaben nun gar nicht mehr genügte.

Kalkberg17.jpgNatürlich ist das alles nahe am Kitsch oder vielmehr schon jenseits davon. Selbst Sila Sahin aus der Soap Opera „GZSZ“ fragte an, ob das mit dem Schmalz bei den Liebesszenen „nicht alles einen Tacken zu viel sei“. Die Regie reagierte und „verdoppelte die Schmuse-Dosis“ (Abendblatt vom 22.7.17).

Hach, das Leben kann so einfach sein. Und so schön. Nächstes Jahr fahren wir wieder alle zu Karl May. Wir brauchen das.

Das Beitragsbild zeigt das Bühnenbild von „Winnetou II“ aus dem Jahr 2012 (Pixabay).
Das Bild im Text zeigt die Schlussszene aus diesem Jahr (Old Surehand, 2017) (c) Erik Thiesen.