Marathon

Die eine geht, die andere kommt: Die Metastase an der Lungenwurzel ist erfolgreich bestrahlt worden, dafür hat sich eine neue in der Lunge gebildet. Und damit ist noch einmal klarer geworden: Diese Krankheit geht nicht über die Kurzstrecke. Das wird Marathon.

Grundsätzlich hat sich also nicht so viel geändert. Das weitere Vorgehen wird in den nächsten zwei Wochen mit den Ärzten weiter besprochen werden. Vielleicht warten wir erst einmal wieder 4-6 Wochen. Eine Chemo zeichnet sich aber ab.

Gegen den obskuren Rückenschmerz, über den ich vor einer Woche schrieb, setzte der Arzt Akupunktur ein. Mit dem Ergebnis, dass ich nun total müde bin. Und ob der Schmerz weg ist, kann ich wohl erst morgen sagen. Sieht heute aber gut aus.

Im ganzen Wechselbad der Gefühle überwiegt deutlich die Zuversicht. Und wenn ich am Krebs sterbe? Macht nix, wenn das erst in 20 oder 30 Jahren ist. Und daran arbeiten wir.

Und wieder haben so viele von euch reagiert. Das tut gut. Und wir sind überzeugt: Das hat auch geholfen. Wer weiß, was sonst alles passiert wäre.

 

(Keine) Neuigkeiten

Medizinische Diagnose: „Links hilärer Lymphknoten mit 1,9 cm im Durchmesser.“ Das heißt auf deutsch: Ein böses Mistding irgendwo an der Lungenwurzel (dass es sowas überhaupt gibt, war uns auch neu), nicht wirklich zu operieren. Ob Bestrahlung möglich und sinnvoll ist, wird in einer Woche entschieden. Gestern haben wir uns schon mal die „Beipackzettel“ einer Chemo- und – für einen Halstumor noch unausgereiften – Immuntherapie angehört und fragten uns danach, ob wir das so genau wissen wollten. Das war zumindest nichts für die gute Laune.

Eigentlich war es aber auch nichts Neues. Seit August letzten Jahres wissen wir schon, dass der Tumor streut. Noch bekommen wir es mit der Therapie irgendwie lokal hin, aber irgendwann werden die großen Geschütze aufgefahren werden müssen. Wäre die Krankheit 2 bis 5 Jahre später ausgebrochen, hätten wir vermutlich richtig von der Immunforschung profitieren können. Jetzt können wir mit Glück in eine Studie hineinkommen.

Es ist ein seltsames Leben: Auf der einen Seite diese Krankheit mit allen Begleiterscheinungen, auf der anderen soviel Glück miteinander, mit der Familie und den Freunden, der Gemeinde, dem Beruf.

Und auch mit diesem Blog erleben wir immer wieder kleine und größere Glücksmomente. Übrigens ist kürzlich ein Artikel darüber im „Forum“ erschienen, dem Mitteilungsblatt für Mitarbeitende des Kirchenkreises HH-West-Südholstein. Ihr findet ihn unter den „Gastbeiträgen“ in diesem Blog.

Wir können uns nur immer wieder bedanken für all diesen Zuspruch.

Beitragsbild: Lymphknoten. Quelle: http://www.flickr.com/photos/euthman/3113417731/.
Autor: Ed Uthman, MD. Lizenz siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Vorlage:Bild-CC-by-sa/2.0/de