Lichtblicke der Woche

Es ist gut möglich, dass die Herrnhuter Losungen besonders dann wirken, wenn das Leben die Wohlfühlzone verlässt und es ernst wird. Wir lesen sie, wenn wir abends unsere Kerzen anzünden und das Vater unser sprechen – und sie haben uns in der letzten Woche besonders beeindruckt. Eine kleine Auswahl:

3. August: Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen. 2. Timotheus 2,13
4. August: In Gottes Seele ist die Hand von allem, was lebt. Hiob 12,10
7. August: Du nahtest dich zu mir, als ich dich anrief, und du sprachst: Fürchte dich nicht. Klagelieder 3,57
8. August: Du wirst sichere Zeiten haben. Jesaja 33,6
Und schließlich, gestern:
Wandelt auf dem Weg, den euch der HERR, euer Gott, geboten hat, damit ihr leben könnt. 5. Mose 5,33
und: Jesus sprach zum Gesetzeslehrer: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

Wir brauchen solche und andere Gedanken und Sätze, die Mut machen. Wir merken gleichzeitig, wie sie einen schweren Stand haben gegen diejenigen, die wir von den Ärzten hören.

Lichtblick. Aus aktuellem Anlass

Wir haben länger überlegt, ob wir überhaupt einen Lichtblick schreiben können. Denn die letzten Gespräche im UKE waren nicht sehr ermutigend. Aber vielleicht passt deshalb gerade die Ermutigung, die uns Waltraud in der vergangenen Woche zukommen ließ: storch.jpgGib niemals auf.

Wie schon vor einer Woche angedeutet, waren die Ergebnisse der letzten Untersuchung nicht gut: In der Lunge gibt es unklare Befunde. Vor allem aber haben sich die Metastasen in der Wirbelsäule vergrößert und bedrohen das Rückenmark. Das heißt: Die Immuntherapie hat bisher nicht angeschlagen.

Deshalb diskutieren wir jetzt schon riskante Behandlungsmethoden: Bestrahlung oder OP, die aber auch fürs Rückenmark gefährlich werden können. Insofern trifft es das Bild ganz gut: Den Frosch hat es schon ziemlich schlimm erwischt. Wird er die Kraft behalten, den Hals zuzudrücken?

Mit der Immuntherapie machen wir erst einmal weiter. Es wird nun viel darauf ankommen, dass die Immunzellen in meinem Körper doch noch aufwachen. In seltenen Fällen hat man es schon beobachtet, dass sie durch eine Bestrahlung angeregt werden. Jetzt wäre ich gerne mal wieder ein solcher seltener Fall.

Und dann sind da noch die Herrnhuter Losungen. Heute mit einem Wort aus 5. Mose 23,6: „Der Herr, dein Gott, wandelte dir den Fluch in Segen um, weil dich der Herr, dein Gott, lieb hatte.“ (5. Mose 23,6) Wir würden es gerne glauben. Und wir zweifeln. Weil wir es erlebt haben, wie es genau umgekehrt kam: Aus Segen wurde Fluch.

Leonard Cohen singt: „I’ve seen you change the water into wine. I’ve seen you change it back to water, too.“ (Treaty) Auch wir kennen die Wunder – in beide Richtungen. Wir möchten gerne an die der ersten Kategorie glauben können.

 

Lichtblick der Woche

 

Die Kunst zu leben besteht darin
zu lernen im Regen zu tanzen
anstatt auf die Sonne zu warten.

Wie wahr. Und welch ein Gegensatz:

Im Regen tanzen

Draußen scheint die Sonne, für viele schon unangenehm lange und heiß. Und in uns drin erleben wir, wie mal wieder dunkle Wolken  aufgezogen sind: Das Ergebnis der letzten Untersuchung sieht nicht gut aus. Wir wissen noch nicht, was das konkret bedeutet. Aber nach Tanzen ist uns gerade so gar nicht zumute. Umso wichtiger wird es sein, sich diesen Lichtblick zu bewahren.

Die Bonbondose war ein Geschenk von Heidrun an Ute.

Lichtblick der Woche

Segen sei mit dir, der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her und innen in deinem Herzen.
Sonnenschein leuchte dir und erwärme dein Herz,
bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer –
und der Fremde tritt näher,
um sich daran zu wärmen.

dav

Johannes verabschiedete uns mit dieser Blume und den Worten: Die hat Potenzial, genau wie ihr.

So beginnt einer der schönsten irischen Segenssprüche – und wir haben es in den letzten beiden Wochen erlebt: Auf unserer Urlaubsreise durch Deutschland haben wir Verwandte, Freundinnen und Freunde besucht. Wir traten näher und haben uns an so manchem Torffeuer gewärmt. Gut, wir waren keine Fremden, haben aber geredet und gelacht, gegessen und getrunken. Wir sind uns begegnet. Uns wurde warm. Wir waren uns nahe, manchmal auch neu und überraschend. Es war eine wunderschöne Zeit.

frohe-zukunft.jpg

Und diese Straßenbahn fuhr in Halle an uns vorbei.

Danke, Inke, Friedrich, Nicola, Johannes, Mirjam, David, Ottmar, Margit, Eckhard, Ruth, Ingrid und Ralf.

 

Lichtblick der Woche

dav

Es gibt aber kaum
ein beglückenderes Gefühl,
als zu spüren, dass man
für andere Menschen etwas sein kann.
Dabei kommt es gar nicht auf die Zahl, sondern auf die Intensität an.
Schließlich sind menschliche Beziehungen
doch einfach das Wichtigste im Leben;
daran kann auch der moderne „Leistungsmensch“ nichts ändern.-
Dietrich Bonhoeffer, Brief aus der Haft 1944

Diesen Lichtblick zeigte uns unsere Schwester und Schwägerin Inke, bei der wir gerade vier schöne Tage genossen haben.

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Das Beitragsbild zeigt Dietrich Bonhoeffer mit Schülern, von Bundesarchiv, Bild 183-R0211-316 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5436013

 

Lichtblick der Woche

sdr

Nach zwei Wochen getrennt wieder zusammen,
nach zwei Wochen schweigen wieder reden,
nach zwei Wochen Exerzitien spirituell gestärkt,
und dann ein Mittagessen im Hildegard-Forum in Bingen, unter dem Apfelbaum bei strahlendem Wetter – das sind gleich viele Lichtblicke der Woche.

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Das Beitragsbild zeigt das Hildegard-Forum, vom Kardinal-Volk-Haus aus gesehen.
Beide Bilder © Erik Thiesen

Lichtblick der Woche

osterhase2.jpgDer fehlte uns gerade noch – damals, bei der gemeinsamen Ostersuche. Dabei galt die Regel: Keine Verstecke in geschlossenen Schubladen. Sollte der Hase sich also selber…? Zumindest lacht er uns so an, als  wolle er sagen: Da guckt ihr, was?

Damals hätte ich euch nicht so viel Freude gemacht. Und dabei wollte Ute doch nur einen Regenschirm herausholen. Was auch für das Wetter seit Ostern spricht.