Lichtblick der Woche

In unserer Familie ist er Tradition, seit Generationen: der Herrnhuter Stern. Wenn er hängt, ist es Advent und wird es Weihnachten. Er hing schon in der Promenadenstraße, und natürlich leuchtet er auch hier. Tags und nachts. Ein Licht nicht nur in der Dunkelheit.

Und es gehört ebenso zur Tradition, dass der Stern am Anfang der Adventszeit mühsam zusammengebastelt wird und nach der Weihnachtszeit wieder auseinander.

Vor 160 Jahren ließ ein Mathematiklehrer der christlichen Gemeinschaft in Herrnhut seine Schüler einen solchen Stern basteln, damit sie ein besseres Verständnis für Geometrie bekämen. 1821 hing er zum ersten Mal zum Jubiläum – natürlich erst am Dreikönigstag. Denn in der Bibel kommt der Stern nur in der Geschichte von den heiligen drei Königen vor – die, und das muss auch an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, in der Bibel weder heilig noch drei noch Könige waren.

Vielleicht ist es diese Verbindung von Mathematik und Glaube, Vernunft und Gefühl, Licht und Hoffnung, die diesem Stern seine Kraft und Schönheit gibt.

Lichtblick der Woche

Wenn…

… wir beide mitten in der Nacht von meinem Husten aufwachen und der Husten nicht nur den ohnehin geschwächten Körper beutelt, sondern auch noch die Angst um eine Erkältung mit drohender Lungenentzündung dazu kommt…

… dann …

sind ein Thermometer, das 36,9° zeigt, und ein Mittel, das effektiv den Husten bekämpft und den Schlaf bis zum Morgen möglich macht…

… zwei starke Lichtblicke.

Lichtblick der Woche

Bitte

Wir werden eingetaucht
und mit den Wassern der Sintflut gewaschen
Wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut
Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht
der Wunsch den Blütenfrühling zu halten
der Wunsch verschont zu bleiben
taugt nicht
Es taugt die Bitte
dass bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe
dass die Frucht so bunt wie die Blume sei
dass noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden
und dass wir aus der Flut
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen werden.

Aus: Hilde Domin, Gesammelte Gedichte

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Beitragsbild (c) Erik Thiesen, Sonnenaufgang über dem Flughafen

Der Lichtblick für die Woche

war der Gottesdienst am vergangenen Sonntag. Die Gemeinschaft, der Zuspruch, die Reaktionen. Es tut einfach gut, in dieser Gemeinde zu sein.

Und es zeigt auch: Ein Blog kann einen Gottesdienst nicht ersetzen. Umgekehrt aber auch nicht.