Lichtblick der Woche

Von Birgit kommt dieses Gedicht von Heinz Kattner:

Morgen
Das Neue an diesem Morgen heißt:
Nimm deinen Platz ein und lebe
mit dem Dunkel und dem Licht.

Mittag
Das Neue an diesem Tag heißt:
Weiche deinem Anblick im Spiegel nicht aus.
Nimm deinen Platz ein und lebe
mit dem Schönen und dem Schrecken.

Abend
Das Neue an diesem Tag heißt:
Ich nehme meinen Platz ein
und begrüße das Ungeordnete.
Ich gehöre dazu, voll Freude und Angst
und nichts will ich verleugnen.

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Morgen, Mittag und Abend sind jeweils Abschlussverse aus vorhergehenden Gedichten in dem Zyklus „Einfache Dinge, Menschen und große Namen“, aus: Heinz Kattner, Unauffälliges Zittern, zu Klampen Verlag 2001. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Lichtblick der Woche

route-66-historic.jpgJohanna und Jörn schenkten uns, nachträglich zu meinem Geburtstag, diese „Route 66“. Sie erinnerten sich an unseren Wunsch, die „Main Street of America“ einmal zu fahren. Und damit ist sie ein Symbol für unsere Hoffnung, dass es auch möglich sein wird. Dieses Schild hängt nun im Flur.

Die beiden schrieben dazu: „Die Route 66 beginnt ganz bestimmt in Niendorf.“

Und der Tag, an dem wir dieses Geschenk bekamen, hielt noch mehr Lichtblicke für uns bereit: Ute und Sönke besuchten uns, und es wurde ein wunderbarer Nachmittag.

Und abends lasen wir die Herrnhuter Losung, die diesmal ganz besonders zu passen schien: Paulus sprach zu den Mitreisenden: Diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du musst vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir fahren. (Apostelgeschichte 27,23-24) Die Begegnung mit dem Kaiser wurde für Paulus alles andere als angenehm. Aber bis dahin hatte er Mitreisende, die ihm Gott geschenkt hatte und die ihm zur Seite standen.

 

Lichtblick der Woche

Dieses Pilgerlied schickte uns Johannes und machte uns damit Mut:

Gib mir Kraft für einen Tag,
Herr, ich bitte nur für diesen,
dass mir werde zugewiesen,
was ich heute brauchen mag.
Refrain: Gib mir Kraft für einen Tag,
Herr, gib mir Kraft für einen Tag!

Jeder Tag hat seine Last,
jeder Tag bringt neue Sorgen,
und ich weiß nicht, was für morgen
Du mir, Herr beschieden hast.

Aber eines weiß ich fest,
dass mein Gott, der seine Treue
täglich mir erwies aufs Neue,
sich auch morgen finden lässt.

Gib mir heute deinen Geist,
der mich hält mit dir verbunden,
dass das Band werde stark erfunden
und bis morgen nicht zerreißt.

Und so will ich meine Bahn
ohne Sorgen weiterschreiten.
Du wirst Schritt für Schritt mich leiten,
bis der letzte Schritt getan.

unbekannter Verfasser,
zitiert nach Gernot Candolini, Labyrinth, Claudius, München 2004, S.91

Lichtblick der Woche

Die letzte Woche war einigermaßen anstrengend. Ein Lichtblick waren zweifellos der blaue-feder.jpgGeburtstag und die vielen Glückwünsche. Schon im Juli aber hatte uns Heidrun ein Bild geschickt, ein Sinnbild für Leichtigkeit und Vertrauen: die blaue Feder.

Und gemeinsam mit den Losungen für heute macht sie Mut, auch die Herausforderungen der Zukunft – zu denen auch der Gottesdienst am kommenden Sonntag gehört – anzunehmen und anzupacken:

Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen. Psalm 17,7 und
Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen? Lukas 18, 7

Dass es allerdings mit der Auserwählung nicht immer ganz so einfach ist, mussten wir schon vor einem Jahr feststellen, wie diese Predigt zeigt.

Lichtblick der Woche

„Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel“, schrieb Ute in unsere Gesprächsrunde „Zwischen Himmel und Erde“, in der wir uns über Predigttexte austauschen. Diesmal geht es um einen Engel, der Petrus aus dem Gefängnis befreit (Apostelgeschichte 12, 1-11).

Einem solchen Engel sind wir vielleicht noch nicht begegnet – aber Engel müssen nicht Männer mit Flügeln sein, so schrieb Rudolf Otto Wiemer:

Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.

Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
er hört, wenn du ihn rufst in der Nacht,
der Engel.

Und solchen Engeln sind wir begegnet – auch, ja gerade auch im Krankenhaus. Und nicht nur da.

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Bild: Pixabay
Das Gedicht von R.O. Wiemer ist urheberrechtlich geschützt. Deshalb habe ich nur einen kleinen Auszug abgedruckt. Es ist aber leicht im Netz zu finden.
Und wer noch bei „Zwischen Himmel und Erde“ mitmachen oder einfach nur weitere Infos möchte, schreibe mir bitte.

Lichtblick der Woche

In einer Zeit, in der sich dunkle Nachrichten häufen, ist es gut, auf die kleinen Lichtblicke zu schauen:

blume-waltraud.jpgWenn sich mit dem neuen Bettnachbarn ein langes Gespräch entspinnt –

Wenn unverhofft Blumen vor der Tür stehen, von einer lieben Freundin gebracht –

Wenn ein Arztbesuch zu einem persönlichen Austausch wird –

Wenn wir getragen werden von einer Wolke der Anteilnahme –

Wenn die Schmerzmittel wirken –

Wenn der Geist für einen Moment einmal abschalten kann –

Viele dieser Lichtblicke sind nicht wirklich neu. Aber sie spenden immer wieder neu ihr Licht.