Lichtblick zwischendurch

Jeden Freitag veröffentlichen wir unseren „Lichtblick der Woche“. Ein- oder zweimal mussten wir ihn ausfallen lassen, weil uns nicht danach zumute war. Heute ist es umgekehrt.

Vor anderthalb Wochen endeten die Bestrahlungen an Rücken und Fuß. Ob sie erfolgreich waren, werden wir in anderthalb Wochen wissen; dann liegt das Ergebnis der PET-CT vor. Bis dahin wird unser Adrenalinspiegel eigenen Gesetzen gehorchen. Und das heißt: Wir wissen nicht genau, wie es uns am kommenden Freitag geht.

Heute aber stehen wir noch ganz unter dem Eindruck der letzten Tage. Wir haben unsere Freunde in Kitzingen besucht. Ich kenne Johannes jetzt 42 Jahre, und wir haben viel Sinniges und Unsinniges gemeinsam gemacht. Aber so dicht wie jetzt war unsere Freundschaft wohl noch nie. Und das Beste: Es ist eine Freundschaft, die mittlerweile auch unsere Frauen einschließt. Es war ein tolles langes Wochenende. Und die Mutter von Johannes, fast 90 Jahre alt, ließ uns grüßen und wünschte uns von Herzen „Gott befohlen“. Und so, wie sie es sagte, ging uns das sehr nahe.

Und heute bin ich wieder zur Immuntherapie im UKE gewesen, wie immer mit Sprechstunde. Und Marcus Hezel, der Arzt, war tiefenentspannt. Die „Läsionen“ auf der Haut, die mich beunruhigten, fand er gar nicht spannend. Und vor allem, meinte er, hätte er so ein Gefühl, dass die Immuntherapie anschlagen würde. Nicht immer würde dieses Gefühl stimmen, aber oft genug. Und als ich ihm andeutete, dass ich nicht wüsste, ob ich meinen nächsten Geburtstag noch erleben würde, war er der Meinung, dass meine Perspektiven viel weiter gespannt seien. Und wir hätten noch viele aussichtsreiche Therapie-Pfeile im Köcher.

Er hat mir viel Mut und gute Laune gemacht. Ein echter Lichtblick. Nicht nur heute.

11 Gedanken zu “Lichtblick zwischendurch

  1. Ove Sachse schreibt:

    Lieber Erik, liebe Ute,
    es ist so wunderbar von Dir das zu lesen. Warum soll es nicht auch so sein, wie es der Arzt sagt und Ihr es glauben dürft. Alle guten Wünsche begleiten Euch.
    Nicht als Engel, sondern als Gärtner würde ich gerne einmal nach dem Zustand des Kübels sehen.
    Laßt Euch umarmen, denn es tut immer wieder gut,
    Ove und Renate

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  2. Martina und Pastor Trunz schreibt:

    Lieber Erik,
    Ein Satz den Du geschrieben hast, macht uns sehr traurig : “ Und als ich ihm andeutete, dass ich nicht wüsste, ob ich meinen nächsten Geburtstag noch erleben würde,“ . Versuche mal ( auch wenn es schwerfällt ) POSITIV zu denken und NICHT NEGATIV. Du solltest stolz auf Dich sein, das Du in Moment soviel schaffst. Wir wissen das DU ein sehr großer Kämpfer bist, also BITTE gib Dich NICHT auf.

    Wir werden weiterhin für Dich beten und an Dich denken.

    Deine Martina und Pastor Trunz

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    • gebrocheneslicht schreibt:

      Liebe Martina, lieber Pastor Trunz, es gehört eben beides zusammen: die Realität sehen, wie sie ist, und damit positiv umgehen. Das gelingt mal besser und mal nicht so gut. Aber davon kennt Ihr ja auch etwas.
      Vielen Dank für Euer Mitdenken und Mitbeten.

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  3. Jutta Seeland schreibt:

    Gerade wieder in Niendorf gelandet und Mails gecheckt, lese ich diesen Lichtblick und denke und fühle: Ja!!! (kurz und knackig gesprochen gedacht) incl. Seeland- (nicht Becker)Faust! 🙂

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