Lichtblick. Aus aktuellem Anlass

Wir haben länger überlegt, ob wir überhaupt einen Lichtblick schreiben können. Denn die letzten Gespräche im UKE waren nicht sehr ermutigend. Aber vielleicht passt deshalb gerade die Ermutigung, die uns Waltraud in der vergangenen Woche zukommen ließ: storch.jpgGib niemals auf.

Wie schon vor einer Woche angedeutet, waren die Ergebnisse der letzten Untersuchung nicht gut: In der Lunge gibt es unklare Befunde. Vor allem aber haben sich die Metastasen in der Wirbelsäule vergrößert und bedrohen das Rückenmark. Das heißt: Die Immuntherapie hat bisher nicht angeschlagen.

Deshalb diskutieren wir jetzt schon riskante Behandlungsmethoden: Bestrahlung oder OP, die aber auch fürs Rückenmark gefährlich werden können. Insofern trifft es das Bild ganz gut: Den Frosch hat es schon ziemlich schlimm erwischt. Wird er die Kraft behalten, den Hals zuzudrücken?

Mit der Immuntherapie machen wir erst einmal weiter. Es wird nun viel darauf ankommen, dass die Immunzellen in meinem Körper doch noch aufwachen. In seltenen Fällen hat man es schon beobachtet, dass sie durch eine Bestrahlung angeregt werden. Jetzt wäre ich gerne mal wieder ein solcher seltener Fall.

Und dann sind da noch die Herrnhuter Losungen. Heute mit einem Wort aus 5. Mose 23,6: „Der Herr, dein Gott, wandelte dir den Fluch in Segen um, weil dich der Herr, dein Gott, lieb hatte.“ (5. Mose 23,6) Wir würden es gerne glauben. Und wir zweifeln. Weil wir es erlebt haben, wie es genau umgekehrt kam: Aus Segen wurde Fluch.

Leonard Cohen singt: „I’ve seen you change the water into wine. I’ve seen you change it back to water, too.“ (Treaty) Auch wir kennen die Wunder – in beide Richtungen. Wir möchten gerne an die der ersten Kategorie glauben können.

 

7 Gedanken zu “Lichtblick. Aus aktuellem Anlass

  1. Jutta Seeland schreibt:

    Dass die neuen Befunde, Therapieüberlegungen incl. Risiken nicht zum Jubilieren verleiten, klar!
    Aber ist nicht irgendwo in den Winkeln des Neocortex in Zusammenarbeit mit dem limbischen System ein (kleines – zugegeben) Gefühl von Dankbarkeit möglich, dass *überhaupt* noch Therapiemöglichkeiten da sind?
    Denn, dass diese Art Krebs, bzw. die Art des Verlaufs, eine besonders kapriziöse ist, hat sich ja schon von Beginn an gezeigt, nicht?
    Und noch etwas: der Frosch auf dem Bild besinnt sich in seiner Not auf *seine* Kraft… das Göttliche ist *in* uns, auch wenn es sich manchmal gut versteckt. In ds. Sinne schicke ich Ihnen alles an unterstützender Energie, was mir möglich ist!
    Liebe Grüße!

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  2. Ralf Liedtke schreibt:

    Ein afrikanisches Märchen

    Eine große Trockenheit war über das Land gekommen. Zuerst war das Gras braun und grau geworden. Dann starben Büsche und kleinere Bäume. Kein Regen fiel, der Morgen erwachte ohne die Erfrischung des Taus. Viele Tiere waren verdurstet, denn nur wenige hatten noch die Kraft gehabt, aus dieser Wüste zu fliehen.

    Die Trockenheit dauerte an. Selbst die stärksten, ältesten Bäume, deren Wurzeln tief in die Erde reichten, verloren ihre Blätter. Alle Brunnen und Flüsse, die Quellen und Bäche waren vertrocknet. Eine einzige Blume war am Leben geblieben, denn eine ganz kleine Quelle gab noch ein paar Tropfen Wasser.

    Doch die Quelle verzweifelte: „Alles vertrocknet, verdurstet und stirbt, und ich kann nichts daran ändern. Wozu soll es noch sinnvoll sein, dass ich ein paar Tropfen aus der Erde hole und auf den Boden fallen lasse?“

    Ein alter kräftiger Baum stand in der Nähe. Er hörte die Klage und sagte, bevor er starb, zur Quelle: „Niemand erwartet von dir, dass du die ganze Wüste zum Grünen bringst. Deine Aufgabe ist es, einer einzigen Blume Leben zu geben. Mehr nicht.“

    Ein afrikanisches Märchen

    Seid wie die Quelle und verliert nicht den Mut! Ganz liebe Grüße vom Deister.

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  3. gebrocheneslicht schreibt:

    Es ist schwer, einen Gemütszustand in Worte zu fassen, der so labil ist wie der unsrige zurzeit. Wir werden weiterhin auf das Leben schauen. Wir werden auch die Risiken, die nun auf uns zukommen, angehen. Wir werden unsere Möglichkeiten ausschöpfen. Wir haben Euch, wir haben gute bis tolle Ärztinnen und Ärzte, wir haben uns. Das bleibt.
    Leonard Cohen beschreibt eben die doppelte Erfahrung, die wir auch immer wieder machen. Zurzeit eben die zweite: I’ve seen you change it back to water, too. Und das bekommen wir nicht immer so einfach auf die Reihe.

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  4. Arndt Streckwall schreibt:

    Lieber Erik, ich denke an Dich. Auch wenn die Nachrichten nicht gut sind, verliere nicht die Hoffnung. Ich bin mir sicher, dass der Storch auf dem Bild leer ausgegangen ist… Herzliche Grüße, Arndt

    Von meinem iPad gesendet

    >

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  5. Regina Sylvester schreibt:

    Lieber Erik, liebe Ute,
    dieses Frosch-gegen-Storch-Bild habe ich seit langer Zeit in meinem Kopf. Es hing damals auf der Kinder-Krebsstation und hat vielen Kindern und Eltern Mut gemacht. Und die meisten Kinder haben überlebt.
    Ich denke oft an euch und wünsche euch Kraft (und vor allem Liebe) für die nächsten Therapieschritte .
    Ich bete für euch
    Regina

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  6. Ute Klingwort-Finster schreibt:

    O, was für ein Mist! Warum meldet sich der „Liebhaber des Lebens“ nicht? Ich bete auch für euch.
    Inzwischen habe ich das Buch (eine Empfehlung in diesem Blog?!) „Gott braucht dich nicht“ gelesen; hat mich beim Lesen sehr beeindruckt, dieses Ringen mit dem Glauben und die Ruhe am Schluss. Aber wir wollen doch nicht sterben!! Obwohl wir wissen, dass genau dies uns allen früher oder später passieren wird. Ich sehe überhaupt gar keine, keine einzige Alternative zu diesem wunderbaren Glauben an die Auferstehung – wie immer diese genau aussehen wird.

    Unsere Liebe kann doch nicht umsonst gewesen sein. Alles, was Menschen jemals auf der Erde geliebt haben, wird gesammelt in unmessbar großen Gefäßen. Gesammelte, versammelte Liebe.

    Mir hat die Vorstellung von dem Schatz im Himmel, den die Heiligen nach der katholischen Lehre angesammelt haben (und weiter ansammeln), schon immer gut gefallen. Dass wir von diesem Schatz der „guten Werke“ etwas für uns abzwacken können, damit uns das Fegefeuer erspart bleibt, scheint mir zweifelhaft – wie überhaupt die Idee dieses Feuers… Aber auch hier ist einer am Werk, der sammelt, aufbewahrt. Gott, Jesus. Der für uns sorgt. Das möge er, bitte, auch im Hier und Jetzt für euch tun!

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