Sich begegnen

Projekt „neu anfangen“ – das ist für mich mehr als der Beginn meiner beruflichen Laufbahn, mehr auch als eine groß angelegte Werbeaktion der Kirche. Das Projekt zeigt, wie Kirche auch sein sollte – und sein könnte: Sie geht auf die Menschen zu. Sie möchte ihnen begegnen. Sie möchte nicht belehren, sondern über den Glauben ins Gespräch kommen. Sie wendet sich nicht nur an Kirchenmitglieder, sondern an alle Menschen. Sie aktiviert und übt das Sprechen über den Glauben ein. Und: Sie begeistert.

Eine meiner Aufgaben damals war, Gemeinden vom Mitmachen zu überzeugen. Und ich konnte nicht wirklich verstehen, warum sich einige dagegen entschieden.

Am Ende aber waren es 33 Gemeinden, davon 21 lutherische, 6 katholische und 6 freikirchliche rund um die Alster bis nach Fuhlsbüttel im Norden. 1.200 Mitarbeitende riefen 90.000 Menschen an und schenkten 28.000 von ihnen das Taschenbuch „Sich begegnen“. Schließlich kamen 2.800 Interessierte in 400 Gesprächsrunden zusammen, um über den Glauben zu reden, von denen 160 Runden über die Aktion hinaus Bestand hatten.

Aber bis dahin war es ein weiter Weg. Nicht nur die Gemeinden, sondern vor allem Freiwillige mussten gefunden werden, die in den vorbereitenden Ausschüssen und Arbeitsgruppen mitmachten.

Da war die Technik und Organisation: Die Adressen mussten einzeln aus dem Hamburger Telefonbuch abgeschrieben und in digitale Form gebracht werden. Dann wurden sie mit der Straßenliste der Kirche sortiert und in die entsprechenden Gemeinden verteilt. Dazu lief der Privat-Atari (für die Jüngeren: der beste PC ever) der Familie Baur tage- und nächtelang. Dann wurden in den Gemeindezentren Callcenter auf Zeit eingerichtet. Die Finanzierung musste gesichert und der Datenschutz abgeklärt werden.

Oder die Öffentlichkeitsarbeit: Während der Aktionsphase wurde nicht nur in Gemeindebriefen und regionalen Zeitungen informiert. Die überregionale Presse, Funk und Fernsehen berichteten, riesige Werbetafeln wurden aufgestellt, und Busse fuhren auf ausgewählten Linien mit dem Logo von „neu anfangen“ durch die Stadt. Vor dem ersten Telefonat sollten möglichst viele Hamburger davon gehört haben. NA Redaktion

Der für mich wichtigste Ausschuss war derjenige, der das Taschenbuch erarbeitete – obwohl ich mit ihm direkt kaum etwas zu tun hatte. Es lag eher am Redaktionsteam. Genauer: An einer Person dieses Teams…

na-taschenbuch2.jpgZu den Autoren, die für das Taschenbuch gewonnen werden konnten, gehörten bekannte Persönlichkeiten ebenso wie Menschen aus der Region, eine bunte Mischung.

Und schließlich mussten die Mitarbeitenden motiviert und trainiert werden. Dazu wurden die Seminare des Gemeindedienstes (Cursillo, „Dimensionen des Gebets“ u.a.) ebenso genutzt wie die Angebote der Gemeinden und übergemeindlichen Einrichtungen.

Und dann wurden alle Mitarbeitenden zu einer Kreuzfahrt auf der Elbe eingeladen – einmal von Hamburg nach Glückstadt und zurück. Die Organisation war für mich etwas aufwändiger. „Nach der Kreuzfahrt“ ist für Ute und mich zum Synonym geworden für: Dann werden wir wieder mehr Zeit füreinander haben.

Nach der ganzen Vorbereitung war die „heiße Phase“ mit Telefonieren, Taschenbücher verschenken und Gesprächsgruppen für mich dann fast schon entspannt. Anschließend musste dann die Nacharbeit geleistet werden: Statistische Auswertung und Überlegungen zur Weiterarbeit in den Gemeinden.

St. Martinus, eine der beiden Eppendorfer Gemeinden, sollte ich dann noch genauer kennenlernen.

 

 

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