Update und Idee

Aus aktuellem Anlass

Knapp vier Wochen Chemo sind geschafft, gut acht kommen noch. Und die Nebenwirkungen sind sehr unberechenbar. Die erste Woche war zweifellos die härteste, aber auch in der vergangenen gab es zwei Tage, die so gar keinen Spaß gemacht haben. Nach wie vor lebe ich wegen der Infektionsgefahr für meine Verhältnisse relativ zurückgezogen.Und vom Großteil meiner Haare musste ich mich schon verabschieden.

Doch ich kann spazieren gehen, bloggen – und an die Predigt zum Gottesdienst am 1. Advent denken.

Und das führt mich auch gleich zur Idee. Ich vermisse unsere Bibel- und Glaubensgespräche. Sie waren voller Energie und Emotion, Zweifel und Glauben, Fragen und – meist vorläufigen – Antworten und sind nicht wirklich zu ersetzen. Aber vielleicht müssen wir nicht ganz darauf verzichten.

Wir haben doch Facebook.

Und dort existiert seit heute eine geschlossene Gruppe mit dem Namen „Zwischen Himmel und Erde“. Wie wäre es, wenn wir uns dort treffen würden, um uns über Bibel und Glaubensfragen auszutauschen? Das erste Thema könnte dann gleich der Bibeltext für den 1. Advent sein, Offenbarung 5, 1-5. Der ist dann auch gleich so crazy, dass er entweder sprachlos macht oder für viel Gesprächsstoff sorgt.

Regeln würde es in dieser Gruppe natürlich auch geben:

  1. Keine Meinung ist zu klug, zu unvernünftig, zu fromm oder ketzerisch oder was auch immer – vorausgesetzt, sie ist ehrlich. Es gibt kein falsch und richtig in Glaubensfragen. Es gibt nur wahrhaftig oder nicht.
  2. Hasskommentare oder solche, die unsachlich sind, werden herausmoderiert. Und alles, was gegen geltendes Recht verstößt, natürlich auch.
  3. Konstruktiver Streit ist durchaus erwünscht. Das schließt aber den Respekt vor anderen Meinungen ein.

Und, seid ihr interessiert?

13 Gedanken zu “Update und Idee

  1. Ingelor Schmidt schreibt:

    Lieber Erik, ich werde unbedingt und gern auf fb dabei sein, vielleicht eher als Zaungast, wenn das niemanden stört.
    Habe aus verschiedenen Gründen noch nicht einmal auf Deinen Reformations-Beitrag eingehen können, der mir schon beim Querlesen sehr gut getan hat.
    Nun gucke ich erstmal in die Bibel und suche die Offenbarung 5.
    Erhole Dich weiter, jeden Tag ein wenig mehr!

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  2. Ralf Liedtke schreibt:

    Super Idee, lieber Erik! Dazu hätte auch ich viel Lust und auch das Regelwerk teile ich voll. Allerdings gestehe ich, dass ich Facebook aus diversen Gründen bewusst bislang ebin. Deutsche Plattformen wie XING halte ich für unproblematisch, bezüglich Facebook hege ich große Zweifel. Aber ich werde noch einmal in mich gehen und dann entscheiden, ob ich hier zu einer Ausnahme bereit bin.

    Halt die schwierigen Tage durch, die wirklich hart sind und denk vielleicht an die Menschen, die mit und bei Dir sind!

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  3. H Georg Meyer schreibt:

    Lieber Pastor Thiesen, ich muss endlich mal ein Kompliment loswerden für Ihre unermüdlichen Aktivitäten (trotz) „Gebrochenen Lichts“. Alle Beiträge lese ich mit großem Interesse… Ihre neueste Idee, z B über Predigttexte(z B 1.Advent) im Netz zu diskutieren, interessiert mich. Allerdings bin ich kein „Facebooker“. Gibt es auch andere Wege, daran teilzunehmen?
    Ihnen alles Gute und freundl Grüße H Georg Meyer

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  4. Ute Klingwort-Finster schreibt:

    Ich schließe mich der Frage von H Georg Meyer an: Gibt es auch andere Wege, an dem Austausch teilzunehmen?

    Der Predigttext ist ja der große Hammer mit den sieben Siegeln. Eine Vision, also nicht die Realität – das schon mal vorweg. Beruhigend finde ich, dass niemand für würdig befunden wird, das Buch zu öffnen. Auch sehr sympathisch: die Tränen des Sehers darüber. Das Leid ist also sehr präsent in der Welt. Krankheit, Armut, Ungerechtigkeit, Krieg – alles, worunter die „Welt“ so sehr leidet – dies kommt vor, wird nicht aufgelöst in einem Eiapopeia-Singsang (wie in einigen Weihnachtsliedern, zum Beispiel das besonders beliebte „Stille Nacht“, das von der lukanischen Variante der ersten Tage Jesu ziemlich weit entfernt ist). Vielleicht könnte eine Predigt sich erst einmal bei diesem Aspekt aufhalten; schließlich kommt die eschatologische Perspektive auch erst am Ende dieses Textes in den Blick. Der Löwe, die Wurzel Davids, das Lamm Gottes – Jesus ist bereits gekommen und hat das Leid überwunden. Hier wird rückwärts, vom Ende her auf das Leben geschaut. Und die Welt nimmt ein gutes Ende. Aber das ist noch eine längere Geschichte, die in den folgenden Kapiteln lang und breit entfaltet wird.

    Was ist eine Vision? Helmut Schmidt soll ja gesagt haben, wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen. Ich muss gestehen, dass ich die Offenbarung noch nie ganz gelesen habe; sie war mir immer zu fremd. Für Regisseure eigentlich ein gefundenes Fressen. Was für ein dramatischer Stoff! Symboltriefend und inhaltsschwer; klar.
    Aber was fangen wir heute damit an? Es wäre ja zu billig, sofort auf Jesus zu sprechen zu kommen. Dann würde die Spannung schon am Anfang verpuffen und alles wäre klar: Jesus ist der Retter. Wusste man auch vorher schon.

    Ich beneide dich nicht, Erik, um diese Aufgabe! Aber mein Mitleid hält sich andererseits in Grenzen, denn für Pastoren gibt es doch diverse Hilfsmittel zur Predigtvorbereitung, oder?

    Deine Einladung habe ich auch nicht so verstanden, dass du nicht wüsstest, wie du an diesen Text herangehen sollst – du hast bestimmt schon öfter über ihn gepredigt.

    Es geht um Bilder. Die Offenbarung liefert alte Bilder und muss mit den unzähligen Bildern konkurrieren, die jeden Tag auf uns einwirken. Wir leben ja im visuellen Zeitalter, werden mit äußeren Eindrücken überflutet. Nun müssen diese alten Bilder neu sortiert werden. Wo fängt man an?
    Nun ist Schluss; ich habe mich um Facebook herumgedrückt und die Apokalypse ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Schon zwei gute Gründe, um aufzuhören. Ich bin gespannt auf weitere Ideen zum Text!

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  5. Heike Pietsch-Hundertmark schreibt:

    Offenbarung 5, 1-5. Der ist dann auch gleich so crazy, dass er entweder sprachlos macht oder für viel Gesprächsstoff sorgt. Lieber Pastor Thiessen, habe sofort die Offenbarung 5, 1-5 nachgelesen. Obwohl ich mich als gläubige Christin sehe und dieses auch beruflich immer habe einfließen lassen (bin Krankenschwester, Sozialwirtin und Therapeutin) traue ich mich zu gestehen, dass mich dieser Bibeltext weder crazy noch sprachlos gemacht hat. Ich habe ihn schlichtweg einfach gar nicht verstanden.Es hat mich sehr viel Mut gekostet, dieses so öffentlich bekannt zu geben. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es mir nicht alleine so geht. Die meisten Kommentare kamen ja auch von ihres Gleichen (Pastoren, Theologiestudenten, etc. ). Sie haben meine beiden Söhne getauft und konfirmiert und mir sehr geholfen, als ich eine tiefe Krise zu bewältigen hatte. Deshalb fühle ich mich sehr tief mit ihnen verbunden und das wird auch auf ewig so bleiben. Bitte, vergessen sie bei den Diskussionsthemen nicht Ihre tief gläubigen Gemeindemitglieder, die vielleicht nicht ganz so „intellektuell“ bibelfest sind. Gerne würde ich mich an Diskussionsthemen beteiligen und das geht auch sicherlich vielen Gemeindemitglieder so. Wie könnte eine Lösung aussehen? Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles erdenklich Liebe und Gute, eine schöne und hoffnungsvolle Vorweihnachtszeit und gesegnete Weihnachten. Ich danke Gott, dass ich sie als Gemeindepfarrer kennen lernen durfte. Wie auch immer sich ihr weiterer Krankheitsverlauf gestalten wird (ich hoffe gut, ich schließe sie jeden Abend in meine Gebete mit ein) möchte ich Ihnen meinen Konfirmationsspruch und den meiner Mutter zu senden:1. Der Herr, dein Gott ist ein barmherziger Gott, er wird dich nicht verlassen. 2. Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand. In tiefer Dankbarkeit und Liebe. Heike Pietsch-Hundertmark

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  6. Ralf Liedtke schreibt:

    Dieser Beitrag freut mich sehr, auch weil es mir hier ähnlich geht. Ich hatte dazu an anderer Stelle bereits etwas gesagt. Also, wie kann es (anders) gehen – liebe MItstreiter – lasst doch mal hören! Sonst wird „Zwischen Himmel und Erde“ schnell ein Rohrkrepierer. Und das wäre mehr als schade!

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