Christentum to go

  1. Teil. Gott

Neben unserer Kirche befindet sich eine berufsbildende Schule. Zum Stundenplan gehört dort auch das Kennenlernen fremder Religionen. Zwei Schülerinnen hatten die Aufgabe, das Christentum darzustellen. Die Lehrerin fragte, ob sie das auch in der Kirche machen könnten. Kein Problem. Die beiden machten das auch gut und hatten eine Idee, die mich sehr faszinierte. Sie verteilten an alle ein kleines Heftchen im DIN-A-7-Format mit dem Titel „Christentum to go“ – acht Seiten mit Stichworten zu Glauben, Dreifaltigkeit, Kreuz, Bibel, Konfessionen. Dazu noch Raum für Notizen und Quellenangaben.

ctg2Stark, dachte ich. So etwas brauchen wir. Normalerweise kommen die Essentials des Glaubens in Büchern von 30 bis 1200 Seiten daher. Und ich versuchte es selbst einmal mit „Christentum to go“.

Zuerst die Themen, das war gar nicht mal so schwer. Acht Seiten: Titel, Gott, Jesus, Heiliger Geist, Bibel, Glaube/Spiritualität, Kirche. Dazu Links, Literatur und Adressen. Ein Thema pro Seite, ein paar Stichworte und ein Bild.

Titel war klar. Erstes Thema: Gott. Und hier scheiterte schon fast das ganze Projekt. Denn wie kann man Gott in ein paar Stichworten beschreiben? Ja, was kann man überhaupt über ihn sagen? Gar nichts, sagen Platoniker und Mystiker, eigentlich nur das, was er nicht ist. Dafür machen andere Theologinnen und Theologen umso mehr Worte um ihn.

Wie fasse ich also meine Vorstellungen über Gott kurz zusammen – so, dass sie verständlich sind und irgendwie allgemeingültig? Über Wochen startete ich immer mal wieder einen Versuch, verbesserte, entfernte, veränderte. Die vorläufig letzte Fassung habe ich während der Exerzitien in Bingen geschrieben. Ich möchte sie hier zur Diskussion stellen:

GOTT – das Höchste und Tiefste, das Fernste und Nächste. In allem und allem gegenüber. Nicht zu fassen. Was allem Sinn gibt. Die Liebe. Schöpfer des Universums. Gott gibt mir, was ich zum Leben brauche.

In der ursprünglichen Fassung stand auch: Gott liebt mich. Das kann ich heute nicht mehr so einfach sagen. Denn zur Liebe Gottes gehören offenbar auch Schläge und Liebesentzug – wenn ich an meine eigenen Leiden und vor allem die in der Welt denke. Sicher, früher war es schon ein Ausdruck von Elternliebe, sein Kind zu schlagen (z.B. Sprüche Salomos 23, 13-14). Damit konnte man dann auch die „Züchtigung“ Gottes erklären oder gar rechtfertigen. Nach den Grundsätzen heutiger Erziehung ist das schwierig geworden. Also: Warum schlägt Gott seine Kinder und wie geht das mit seiner Liebe zusammen? Das würde ich mit ihm gerne noch einmal ausdiskutieren.

Aber vielleicht habt ihr ja eine andere Meinung und andere Ideen, was man über Gott sagen kann oder sollte oder eben nicht. Ich bin gespannt.

5 Gedanken zu “Christentum to go

  1. Friedhelm Bertg schreibt:

    Erdbeben gab es auch früher, aber nicht so viele Tote, weil die Menschen haben diese Gebiete gemieden oder nur leichte Hütten gebaut von denen sie nicht erschlagen werden konnten. Laut Spiegel von – ich glaube – 1/16 ist die Krebsrate von kleinen Kindern sehr gestiegen: kein Wunder bei der schlechten Luft, vergifteter Nahrung (Glyphosat) und vergiftetem Wasser (Medikamente z.B. lassen sich nur sehr schwer rausfiltern). Aber all das macht nicht der liebe Gott, das machen Menschen. Gott hat den Menschen saubere Flüsse, gute Luft und einen Verstand und ein inneres Gespür gegeben, Gefahren zu meiden und die richtigen Dinge zu tun. Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben, es liegt daher an uns Menschen dass wir uns für das Gute und das Lebensbejahende entscheiden. Soviel in Kürze zu diesem Thema. — Hier noch der Anfang einer sehr schönen „Stelle“: „Man kann sein Leben nicht beurteilen nach den Dingen die darin passieren. Denn gute Dinge werden passieren und schlechte Dinge werden passieren. Und das ist was einen unglaublich verletzlich demgegenüber sein lässt. Dein Leben lebt nicht für deine Träume. Dein Leben lebt nicht für deine Fantasie. Dein Leben lebt für dich. Und du musst für dein Leben leben, für die Zeit die du hast, die Möglichkeit, die im Überfluss da ist, weil du existierst….
    Was ist deine Perspektive deines Daseins, deines Lebens?…“

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  2. Friedhelm Bertg schreibt:

    Na ja, Gott kommt auch noch vor in diesem Vortrag, daher übersetzte ich mal ein Stück weiter, Übersetzung ist von mir und nicht autorisiert, außerdem ein Live Vortrag/Gespräch, daher nicht druckreif ausformuliert, daher sollte als Autor LA reichen.

    „Die Entscheidung die du treffen musst, ist: welchen Kurs wirst du folgen? Das ist die Entscheidung die du treffen musst. Setze den Kurs und dann halte dich daran. Wenn der Kurs den du auswählst ist: the Priorität in meinem Leben ist Freude, ist Klarheit und ich werde alles tun das zu fördern. Nicht Traurigkeit, nicht Selbst-Bestrafung, nicht sich schuldig fühlen für Dinge, die ich noch nicht mal getan habe und – Versagen zu akzeptieren. Und, wenn du entscheidest das ist nicht der Pfad den du wählen möchtest, dann richte deinen Kurs entsprechend aus. Das ist die Entscheidung die du brauchst. Denn wenn du das einmal gewählt hast, fallen alle Entscheidungen leicht. O.k., nun weiß ich, das ist der Pfad den ich gehe. Das ist der Pfad den ich gehe.

    Ist die Art wie du existierst o.k.? Mit Chaos, Fiasko, Sorgen, Fragen, Zweifel, Ego, Raufs und Runter, und Drachen, die dich bedrohen, wenn du versuchst dich wegzuducken, wenn das o.k. ist mit dir und es für dich in Ordnung ist Russisches Roulette zu spielen – denn eines Tages wird der Drache einfach ein ganz ganz kleines Bisschen schneller sein als du, einfach – verstehst du – ein kleines bisschen schneller…

    Zwei Typen waren draußen und campten. Ein Bär sah sie und sie fingen beide an zu laufen. Ganz plötzlich hält der eine Freund an und zieht seine Schuhe an. Er sagt, was tust du, siehst du nicht dass der Bär kommt? Er sagt, ich muss nicht schneller laufen als der Bär, alles was ich tun muss, ist schneller zu laufen als du.

    Also, du triffst jene Entscheidung. Und dann werden all die anderen Entscheidungen viel leichter. Nein, ich möchte das nicht. Ich möchte die Verwirrung nicht. Ich weiß wohin das führt, ich möchte das nicht. Ich möchte das nicht. Ich möchte das nicht. Und weißt du, obwohl es sich so leicht anhört hier in dieser (sehr schönen) Umgebung/Atmosphäre, ist es die schwerste Entscheidung die man treffen kann. Selbst mit der Erklärung und der Offensichtlichkeit der Konsequenzen von beiden Entscheidungen, ist es die schwerste Entscheidung die man machen kann.

    Und es ist offensichtlich.Du triffst diese eine Entscheidung und du wirst ein sehr angenehmes Leben haben. Du wirst dein Potenzial realisieren, du wirst Frieden haben, du wirst Verständnis haben; deine Gemeinschaft jeden Tag wird Klarheit sein, deine Gemeinschaft jeden Tag wird Güte sein, jeder Tag wird Dankbarkeit sein, und die andere – nun, du kennst die Geschichte, nicht wahr? Du bist dort gewesen. Und die Begleitung ist Verwirrung, und Ego und Sorgen, Sorgen, Sorgen, Sorgen, Sorgen…, Sorgen über das Morgen, Sorgen über Heute, Sorgen von Gestern und mitgenommenen Dingen von Gestern, und du bist besorgt über dies, und du bist besorgt über das, und was mit dir passieren wird, wie deine Zukunft sein wird, und und und…

    Tja, kurz vor der Zielgeraden höre ich auf. Aber die Stelle mit Gott soll / kann noch kommen. Nur leider plant der nicht den morgigen Tag für mich, die Sorgen (?) muss ich mir selber machen (um/ ab 20:49)

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