Die AfD – eine typisch ostdeutsche Partei?

3. Teil der AfD-Reihe
Die ersten beiden Teile findest du hier und hier.

Im vergangenen Sommer wurde in Mecklenburg gewählt. Und diesmal die bange Frage in den Medien: Könnte die AfD vielleicht sogar stärkste Partei werden? Und sie fragten sich: Welche Art von Mensch wählt eigentlich eine solch eigenartige Partei? Kann es sein, dass wir vom Nordosten Deutschlands ähnlich wenig wissen wie die Menschen im 19. Jahrhundert von Afrika?

Und so machte sich ein Entdecker-Team von „Zeit Online“ auf in die unbekannten Regionen jenseits der Elbe, „oben rechts“ in Deutschland. Und es kam mit ähnlichen Ergebnissen zurück wie die legendären Forscher des schwarzen Kontinents: Dort leben Menschen! Einige scheinen sogar ganz normal zu sein. Andere sind ein wenig skurril. Und wieder andere sind richtig gefährlich. Generell bleiben sie gerne unter sich. Und sehr, sehr merkwürdig: Die meisten scheinen gern dort zu leben, in der Einöde. Fern von der Stadt, vom Leben.

Das Team von der „Zeit“ hat sich Mühe gegeben und seinen Job nicht schlecht gemacht. Es hat zugehört, hat wirklich nach Antworten gesucht. Aber im Grunde blieben sie sich fremd, die Journalisten aus der Stadt und die Menschen vom Dorf.

Auf unserer Reise nach Ostdeutschland saßen meine Frau und ich einmal dort in einer Kneipe, irgendwo in einem ziemlich typischen Dorf in Brandenburg. Ich fragte mich spaßeshalber: Was würde ich machen, wenn ich hierhin als Pfarrer versetzt werden würde. Ich glaube, ich hätte erst einmal ein halbes Jahr mindestens mit den Männern Skat spielen müssen, um überhaupt ein Gefühl für das Leben dort zu bekommen. Es war mir sehr, sehr fremd. Vielleicht hätte es mir geholfen, dass ich selbst vom Land komme. Aber ich fürchte, nicht viel.

4 Gedanken zu “Die AfD – eine typisch ostdeutsche Partei?

  1. Florian Weißler schreibt:

    Das Unbekannte ich nicht selten fremd. Aber nicht nur das Land da oben im Osten ist den meisten fremd, sondern auch die Motivation der AfD-Wähler. Was da in den letzten Monaten am extremen Rand der Gesellschaft – der scheinbar immer mehr zur Mitte wird – passiert, ist für mich kaum zu glauben. Das sicher und friedlich geglaubte Deutschland entwickelt sich nicht nur international zur Angriffsfläche des IS, sondern auch intern brodelt es ganz schön und das in einer Zeit in der die Worte der Nationalhymne „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wichtiger denn je geworden sind!
    Ich wünsche uns, dass wir es schaffen in einen ernsthaften Austausch über (politische) Meinungen, Ansichten, Religionen, Kulturen, Menschen und Ideologien zu gehen. Denn die AfD ist ganz sicher Vieles, aber gewiss keine Alternative für ein geeinigtes, friedliches, multikulturelles, vielfältiges, sicheres, strukturiertes, warmes und vor allem herzliches Deutschland – so wie ich unser Deutschland kennen und lieben gelernt habe!

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    • gebrocheneslicht schreibt:

      Florian, da bin ich ganz auf Deiner Seite. Und mit Höcke oder Petry würde ich auch nicht unbedingt das Gespräch suchen, weil ich glaube, dass wir nicht zueinander kommen. Doch es gibt Menschen, die die AfD wählen – und vielleicht doch gesprächsbereit oder zumindest gesprächsfähig sind. Ich glaube, dass es sich lohnt, die Gräben nicht zu schnell aufzureißen und nach gemeinsamen Anliegen zu suchen. Ich habe keine Ahnung, ob das möglich ist, habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

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